Lara streichelt die Seele
19.12.2011 | 16:26 Uhr 2011-12-19T16:26:00+0100
Oberhausen. Die Cockerspaniel-Hündin tut den bewohnern der Altenresidenz am Olgapark sichtlich gut. Jeden Morgen kommt Lara zu Besuch.
Durch Zufall erfuhren wir von einem Mitschüler, dass seine Mutter immer montags ihren Hund mit zur Arbeit nimmt. „Was hat ein Hund am Arbeitsplatz verloren?“, fragten wir uns und beschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.
So riefen wir Frau Mucha an und fragten, ob sie uns etwas über diese besondere Arbeit erzählen könnte. Wir besuchten sie daraufhin am Ihrem Arbeitsplatz – in der Seniorenresidenz am Olgapark.
Als wir dort eintrafen, dauerte es nicht lange und Frau Mucha kam mit ihrer Cockerspanielhündin auf uns zu. Lara, so heißt die siebenjährige Hundedame, hat uns sofort begeistert. Sie hat große, braune Augen, ein schönes, braunes Fell und wir durften sie streicheln, was ihr offensichtlich gefiel. Frau Mucha erzählte uns, dass sie und ihre Familie Lara im Alter von zehn Monaten aus Polen geholt haben.
Inzwischen hat die Hündin einige Tricks und Kunststücke gelernt, die wir erleben durften. Lara machte Platz, gab Pfötchen, spielte mit Ballons und versuchte, mit der Pfote Seifenblasen zum Platzen zu bringen. Dann zeigte sie uns etwas, dass sicher nicht viele Hunde können: Als nämlich Frau Mucha das Lied „Halleluja“ sang, stimmte Lara jaulend ein. Wir waren sehr beeindruckt.
Lara jault ein „Halleluja“
Langsam verstanden wir, warum Lara mit zur Arbeit gehen darf. Obwohl sie nicht zur Therapiehündin ausgebildet wurde, bringt sie einfach durch ihre lustige und putzige Art den Menschen Freude.
Da Lara nicht allzu groß ist, haben die Bewohner der Seniorenresidenz auch keine Angst vor ihr. Sie verändern ihr Verhalten, sobald Lara kommt: Die Augen fangen an zu leuchten und die Senioren werden offener.
Da in den Pflegeheimen auch viele demenzkranke Menschen leben, bewirkt ein Tier wie Lara oft Erstaunliches. So erklärt uns Frau Mucha, dass sich die alten Menschen manchmal wieder an die Namen ihrer eigenen Tiere erinnern könnten. Oder dass eine Frau, die nie spricht, wieder redet, wenn Lara sie besucht. Außerdem wissen sie, dass es Montag ist, wenn die Hündin kommt. Manchmal gibt es sogar Eifersucht, wenn Lara länger bei einem anderen Bewohner bleibt.
Besonders für die alten Menschen, die schon seit Jahren im Bett liegen, ist es wichtig, sich immer wieder auf etwas freuen zu können.
Wir haben an diesem Tag viel gelernt und auch selbst viel Spaß mit Lara gehabt. Besonders, als sie jaulend „mitgeredet“ hat, wenn wir mit Frau Mucha gesprochen haben.

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