Oberhausen

Ein Besuch, der verändert

12.11.2007 | 16:26 Uhr

SOZIALES. Vier Zeus-Reporterinnen waren im Friedensdorf zu Gast - und sind von der Arbeit der Ehrenamtler und den Bewohnern stark beeindruckt.

S elbst 10-Jährige haben mit einem einfachen Luftballon Spaß. Morgens sitzen diese Kinder in ihrer Schule und lauschen aufmerksam und neugierig im Mathematikunterricht, damit sie durch einfaches Rechnen später mit den Markthändlern verhandeln können. Ihr Mathematiklehrer ist schon Rentner und die Arbeit hier macht ihm Spaß. Auf dem Stundenplan steht außerdem das Fach Hygiene. Hier wird gelernt, wie wichtig es ist, sich die Zähne zu putzen und Hände und Wäsche zu waschen. Die meisten unterrichten hier ehrenamtlich.

Immer mehr junge Kriegsopfer

Hier, das ist im Friedensdorf in Oberhausen.

Die meisten Kinder leiden unter schweren Verletzungen und vermissen trotz ihres scheinbar unbeschwerten Lebens natürlich ihre Familien und ihre Heimat. Da sie oft sehr lange in Deutschland bleiben müssen, hören sie auf ihren Zimmern, die sie sich mit zwei oder drei Kindern teilen, Musik aus ihrer Heimat. Außerdem üben sie Tänze aus ihrer Heimat, die sie dann zum Beispiel am Tag der offenen Tür oder beim Weihnachtsfest vorführen. Dieses Jahr findet das Weihnachtsfest am 1. Dezember von 13 bis 19 Uhr statt.

Das Friedensdorf, was ist das eigentlich? 1967 wurde das Friedensdorf mit nur schlichten und einfachen Häusern gebaut, weil man davon ausging, dass es weniger verletzte Kinder aus Krisengebieten geben wird. Doch leider stieg die Zahl der Verletzen mit den Jahren noch mehr an.

Wenn die Kinder mit dem Flugzeug aus einer der zehn Nationen - wie zum Beispiel Angola oder Afghanistan - in Deutschland ankommen, werden sie bundesweit auf die Krankenhäuser verteilt. Die Behandlungskosten übernehmen die Krankenhäuser.

Schon jetzt wird das Wichtigste der deutschen Sprache gelernt. Wenn die Behandlung abgeschlossen ist, kommen alle Kinder in das Friedensdorf, um sich zu erholen, bevor sie wieder nach Hause fliegen.

Beeindruckend ist, dass viele Helfer ehrenamtlich arbeiten. Es besteht die Möglichkeit, nach dem Schulabschluss ein dreimonatiges Praktikum zu absolvieren.

Sämtliche Kosten, die dem Friedensdorf entstehen, werden durch Spenden finanziert. Nicht nur Geld-, sondern auch Kleiderspenden sowie Lernmaterial und Spielzeug helfen.

Wenn Sie das Friedensdorf und die dort zurzeit lebenden Kinder unterstützen wollen, können Sie Geld auf das Spendenkonto 102 400 bei der Stadtsparkasse Oberhausen überweisen.

Worauf es im Leben ankommt

Ein Besuch im Friedensdorf verändert. Er zeigt, wie man sich an einfachen Dingen erfreuen kann und worauf es wirklich ankommt im Leben.

Alina Kollenberg, Laura Schikatis, Kira Wermekes, 8e, Friedrich-Ebert-Realschule

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