Großes Potential bei den Hockey-Damen vom HTC Mülheim
17.01.2012 | 11:11 Uhr 2012-01-17T11:11:00+0100
Mülheim. Im Interview mit zwei Zeus-Reporterinnen erklärt der Co-Trainer der 1. Damen des HTC, wo der Verein in fünf Jahren stehen möchte.
Die 1. Damen des HTC Uhlenhorst haben sich von der Regionalliga nach oben gespielt. Über diesen Erfolg und die Zukunft der Hockey-Mädels sprechen zwei Zeus-Reporterinnen mit dem Co-Trainer Tim Welsch.
Hanns-Peter Windfeder und Sie sind als Trainerduo mittlerweile sehr bekannt. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Hanns-Peter und ich sind schon mehr als acht Jahre Jugendtrainer am HTC Uhlenhorst. Als er Ostern 2009 die ersten Damen übernahm, rief er mich an und fragte, ob ich mir nicht vorstellen könnte, einmal die Woche als Co- und Athletiktrainer mitzumachen. Aus einmal in der Woche sind schnell sieben Tage pro Woche geworden. Ich denke, er wollte einen Gegenpol zu sich haben.
Warum einen Gegenpol?
Er ist als Coach sehr analytisch und denkt immer einen Schritt weiter. Ich hingegen bin auf dem Platz mehr ein emotionaler Trainer, der die Spieler immer wieder versucht zu motivieren, damit sie alles aus sich rausholen. Eine sehr gute Kombination, wie ich finde. Und die Zusammenarbeit macht wirklich Spaß. Ostern gehen wir in unser viertes gemeinsames Jahr als Trainerduo. Von mir aus aber noch lange nicht das letzte.
Seitdem Sie die 1. Damen übernommen haben, geht es stetig bergauf. Wie ist ist diese Erfolg aus Ihrer Sicht zu erklären?
Das ist richtig. Als wir die Damen übernommen haben, standen sie nach der Hinrunde in der Regionalliga Feld mit einem einzigen Punkt auf dem letzten Tabellenplatz. Zur Rückrunde kamen dann wichtige Jugendspieler in den Damenkader, wir stellten die Taktik komplett um und sorgten mit vielen Athletikeinheiten für die nötige Fitness. Die Saison beendeten wir auf dem zweiten Tabellenplatz. Zwei Jahre später kam der Doppelaufstieg in die Bundesliga Halle und in die 2. Bundesliga auf dem Feld. Die Faktoren für diesen Erfolg sind vielseitig und langfristig geplant.
Zum Beispiel?
Wir sind aus Tradition ein Club, der immer auf Jugendarbeit setzt. Damit haben wir am HTC Uhlenhorst im Mädchenbereich vor ca. zehn Jahren begonnen. Der Lohn dieser sehr langen Arbeit sind stetig nachkommende Toptalente. Diesen „Return on Investment“ haben wir vor drei Jahren erreicht. Ein weiterer Faktor ist der Teamgeist, den diese Mannschaft hat. Wir sind, glaube ich, der einzige Bundesligaclub, der zur neuen Saison kein einzigen Abgang im Kader zu verkraften hatte.
Sie setzen auch auf moderne Technik, oder?
Zudem arbeiten wir extrem viel mit Videoanalysen. Wir zeichnen jedes Spiel auf, damit wir es anschließend analysieren können. Ob mannschaftstaktische oder individuelle Elemente, es wird nichts dem Zufall überlassen. So gehört auch Einzeltraining in Freistunden mittlerweile zum normalen Trainingstag. Und eine der wichtigsten Komponenten des Erfolges ist die gute athletische Verfassung der Mannschaft, die uns erlaubt ein laufintensives Raumdeckungssystem zu spielen.
Die Mannschaft ist die jüngste in der Liga? Ist das ein Vor- oder Nachteil?
Wir sind mit Abstand das jüngste Team der Liga. Mit dem Feldkader haben wir ein durchschnittliches Alter von 20 Jahren. Keine andere Mannschaft der Liga hat so viele Jugendspieler im Aufgebot wie wir. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, kann man nicht pauschal beantworten. Ich denke es spricht für unser Konzept, dass wir mit so einem jungen Team in der Liga mithalten können. Natürlich fehlt da noch die Konstanz und in gewissen Situationen die Erfahrung und Abgezocktheit einer erfahrenden Bundesligamannschaft. Aber das wird kommen. Ein großer Vorteil ist, dass wir einen sehr breiten Kader mit guten jungen Talenten haben. So können wir im Gegensatz zu vielen anderen Teams, die auf ein, zwei Topspielerinnen setzen, fast jede im Kader ersetzen und Ausfälle viel besser kompensieren.
Die aktuelle Saison verläuft mit Höhen und Tiefen. Welches Saisonziel hat die Mannschaft?
In der 2. Bundesliga Feld „überwintern“ wir auf dem zweiten Tabellenplatz. Dazu muss man sagen, dass der Tabellendritte, Braunschwieg, ein Spiel weniger hat als wir. Aber das ist schon eine große Leistung dieser jungen Truppe. Das ausgesprochene Saisonziel auf dem Feld ist am Ende der Saison in der oberen Tabellenhälfte zu stehen. In der Halle ist unser erklärtes Ziel der Nichtabstieg aus der Bundesliga . Zur Zeit liegen wir auf dem dritten Tabellenplatz und nur zwei Punkte hinter den Playoffrängen, das wäre nicht nur eine kleine Sensation, wenn wir das schaffen würden.
Welche Ziele haben Sie langfristig? Wo sehen Sie die Mannschaft in fünf Jahren?
Ich denke, dass wir in fünf Jahren soweit sein können, um zu den Top-Teams in Deutschland zu zählen. Das ist ein langer und schwieriger Weg, aber das Potential dazu haben wir auf jeden Fall. Es kommen sehr gute Jugendspieler nach und die jetzigen Führungsspieler sind auch gerade mal 20. Wenn wir es schaffen, diese Spielerinnen zu halten, sehe ich uns spätestens in fünf Jahren auf Augenhöhe mit Mannheim, Köln, Hamburg und Berlin.
Laura Apeltrath und Indra Breitenbruch, Klasse 8c, Luisenschule, Mülheim

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