Reise

Zwischen Touris und Kunst in Rom

30.11.2011 | 18:01 Uhr
Zwischen Touris und Kunst in Rom
Touristen stehen in Rom auf der Terrasse des Castel Sant Angelo (dt. Engelsburg) und betrachten in der Dämmerung die Kuppel der Peterskirche. Foto: dapd

Meschede/Rom.  Ein Besuch in Rom: Drei Zeus-Reporter berichten unter anderem, wie sie dort den Verkehr erlebt haben und wo es die beste Eiscreme zu kaufen gibt.

Wie haben die Römer das nur geschafft, diese gewaltigen Monumente zu bauen, und das vor mehr als 2000 Jahren?

Diese Frage stellen sich wohl viele Leute, die nach Rom kommen. Und das zu Recht, da die Römer zu ihrer Zeit bereits die fortgeschrittensten Technologien beherrschten, um große Bauwerke zu schaffen. Durch zum Beispiel die Anwendung von Zement oder Kränen.

Beim Besuch im Kolosseum in Rom muss man sich die tolle Kulisse mit vielen Touristen teilen, stellen die Zeus-Reporter fest. Foto: Zeus

Kolossal:

Ein gutes Beispiel dafür ist das Kolosseum: Es verfügte schon vor 2000 Jahren, als viele anderen Völker noch in primitiven Holz- oder Strohhütten lebten, über gut 50 000 Sitzplätze. Gefühlte 60 000 Menschen sind auch heute im Kolosseum, allerdings nur noch zum Anschauen der zahlreichen Trümmer, die dort vorhanden sind.

Die Touristenmassen sind so zahlreich, dass man im Kolosseum kaum die Treppen zu den oberen Stockwerken hinaufkommt. Da es aber keine Bänke im Amphitheater gibt, muss man sich wohl oder übel auf alte umgefallene Säulen setzen, oder man muss die ganze Zeit stehen, was einem am Abend aber die Beine übel nehmen.

Jeder Steinquader des Bauwerkes passt perfekt auf den anderen, manche sind sogar mit Verzierungen versehen. Das Bauwerk beeindruckt, auch wenn man sich heute einige verschwundene Figuren, die an der Außenfassade des Amphitheaters standen, hinzudenken muss. Das Gebäude wurde zur Ruine, da die hochwertigeren Steine zum Bau von Palästen oder Kirchen, wie dem Petersdom im Vatikan, verwendet wurden.

Chaotisch:

Benutzt wurde das Kolosseum für Gladiatorenkämpfe und manchmal auch für Wasserschlachten, wozu man die Mitte des Theaters überschwemmte. Doch man kann sich nur sehr schwer in die damalige Atmosphäre versetzen, da heute um das Bauwerk Tausende von Autos, Bussen und vor allen Dingen Motorroller „herumtoben“.

Der Grund für das hohe Aufkommen an Motorrollern ist folgender: Mit einem Roller kann man deutlich schneller von einem Ort zum anderen kommen, da diese sich schnell zwischen den zahlreichen anderen Fahrzeugen bewegen können. Es gibt dermaßen viele Fahrzeuge in Rom, weil sich die meisten Römer wahrscheinlich nicht auf die U-Bahn verlassen, die erst um acht Uhr ihre Arbeit beginnt und schon um neun Uhr abends schließt.

Eiskalt:

Hitze: Im Sommer herrschen in Rom Temperaturen bis 40 Grad Celsius. Abkühlung erhält man auch, wenn man sich in einer der zahlreichen Gelaterien ein Eis genehmigt. Besonders gutes Eis gibt es vor allem an der Piazza Navona.

Da die Stadt anscheinend nicht besonders sicher ist, ist die Polizeipräsenz enorm hoch; fast an jeder größeren Kreuzung und an den Sehenswürdigkeiten sitzen Polizisten in kleinen Häuschen, um sofort eingreifen zu können.

Auch andere Polizisten sind dauernd im Einsatz, doch auf der idyllischen Piazza Navona ist man vor dem andauernden Martinshorn, das in der gesamten Stadt widerhallt, weitgehend isoliert; auch den tobenden Verkehr kann man dort nur sehr leise hören.

Dafür wird man aber von zahlreichen Musikergruppen beschallt, und wenn man möchte, kann man sich ein Portrait bei einem der Maler und Künstler, die dort ihre Bilder verkaufen, anfertigen lassen.

Lecker:

Zu einer der vielen Spezialitäten der römischen Küche gehören auch die traditionellen „Pizza und Pasta“, zwei Vokabeln, die man unbedingt kennen sollte, wenn man sich abends in einem Lokal ein Essen bestellt. Im Gegensatz zum opulenten Abendessen der Römer sollte man sich sein Frühstück lieber selber mitbringen, da dieses weder in den Restaurants noch in den Hotels in Rom besonders gut ist.

Das Essen ist aber nicht der einzige Grund, warum so zahlreiche Touristen in die Ewige Stadt kommen.

Anziehend:

An der Spanischen Treppe, dem Trevibrunnen, dem Pantheon und dem Forum Romanum ist immer eine bunte Mischung aus Touristen aller Länder zu sehen, doch besonders am Petersdom muss man durch die unzähligen Touristen und die scharfen Sicherheitskontrollen längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Im riesigen Petersdom fühlten sich die Zeus-Reporter verleichsweise wie kleine Ameisen. Foto: Zeus

Doch das Warten lohnt sich, denn immerhin ist der Petersdom mit 186 Metern Länge und 55 Metern Höhe die größte Kirche der Welt und das Zentrum des christlichen Glaubens. Durch die gewaltige Größe des Bauwerks fühlt man sich so, wie eine Ameise. Und trotz der Größe ist jeder einzelne Zentimeter der Kirche mit Verzierungen, Gemälden oder Marmor versehen.

Dennoch schieben sich die Touristen in den vatikanischen Museen achtlos an Gemälden von Marc Chagall, Salvatore Dalí oder Henry Matisse vorbei, weil sie diese im allgemeinen Prunk nicht wahrnehmen. Ein ähnliches Schicksal ereilt auch den berühmten „Denker“ von Auguste Rodin.

Im Gegensatz zu diesen Meisterwerken nehmen die Touristen nur die „Pieta“ von Michelangelo oder seine berühmte Kuppel wahr, die sich über dem Grab des ersten Papstes, Petrus, wölbt. Der gesamte Wert des Petersdoms beläuft sich so auf mehrere Billionen Euro.

Stückweise:

Der Bau brauchte natürlich seine Zeit: 120 Jahre lang, nämlich von 1506 bis 1626, bauten die besten Architekten der damaligen Zeit, unter ihnen auch Michelangelo, an der Kathedrale herum, in dem Glauben, dass sie ewig bestehen bleiben würde.

Beim Petersdom stimmt diese Vermutung bisher, doch die anderen antiken Bauwerke der „ewigen Stadt“ beginnen auch durch den Tourismus zu „bröckeln“. Fast jeder Tourist, der nach Rom kommt, möchte sich einen Stein eines dieser Bauwerke als „Souvenir“ mitnehmen. In einigen Jahren könnten also einige Gebäude der „ewigen Stadt“ ganz und gar verschwunden sein.

Lukas Breide, Niklas Schlomberg und Sebastian Brandenburg, Klasse 9b, Gymnasium der Benediktiner Meschede

Zeus-Reporter

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