Im Druckhaus

Die Helden der Nacht

11.11.2010 | 17:04 Uhr
Die Helden der Nacht
Vier Druckplatten aus Aluminium - für jede Farbe des Vierfarbdrucks eine.

Eslohe/Hagen. Hat sich nicht schon jeder einmal gefragt, welchen Weg seine Tageszeitung zurückgelegt hat, bevor sie zum Frühstück im Briefkasten steckt?

Die Herkunft des Inhalts ist, glauben wir, klar. Doch wo und wie werden die Zeitungen gedruckt? Genau das haben wir, die 8a von der Realschule Eslohe, jetzt herausgefunden.

Zunächst mussten wir natürlich irgendwie zum Druck- und Verlagszentrum Hagen-Bathey gelangen. Dazu war der Bus ein gutes Hilfsmittel. Nach gut zwei Stunden kamen wir vor einem riesigen Gebäude an und sind mit unserer Klassenlehrerin von zwei freundlichen Verlagsmitarbeitern, die schon auf uns warteten, über endlose Gänge in einen Raum mit vielen Sitzplätzen und einer Leinwand geführt worden. Dort stellte sich ein netter, älterer Herr mit dem Namen Herr Neumeyer vor. Er hat uns mit einem kurzen Film einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns erwartete, gegeben. Danach wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, damit nicht eine so große Gruppe von Schülern durch die Hallen lief und jeder alles gut sehen konnte.

Vier Farben bilden eine Zeitungsseite

Mit Kopfhörern und einem kleinen Empfänger um den Hals starteten wir zu unserem Rundgang, denn es war ziemlich laut durch die ganzen arbeitenden Maschinen. Der Führer der Gruppe hatte ein Mikrofon, so dass wir ihn besser verstehen konnten. In der Druckplattenherstellung erfuhren wir, dass eine Seite der Zeitung aus vier Farben besteht - nämlich Schwarz, Gelb, Cyan-Blau und Magenta-Rot - die auf vier vorbehandelte Druckplatten aus Aluminium verteilt werden. Hinterher zusammen gefügt, das heißt übereinander gedruckt, entsteht so ein gut sichtbares Bild im Vierfarbdruck.

Als nächstes ging es in den Papierkeller. Da waren jeweils sechs riesige Papierrollen von je 1,3 Tonnen Gewicht übereinander zu Türmen gestapelt. Diese Türme füllten den Keller. Überall fuhren Gabelstapler, um die Rollen in die richtige Position zu bringen, sie bewegten mit erstaunlicher Leichtigkeit die Rollen zu den Druckmaschinen, wo sie ausgepackt und von Arbeitern eingelegt wurden. Etwa 18 Kilometer Papier konnten dann wieder bedruckt werden. Das hat uns alle schon sehr beeindruckt.

Irre schnell und beeindruckend

In den Drucktürmen drehten sich die Walzen irre schnell. Die Zeitungen - schon als solche im Endlosband zu erkennen - waren dann fast fertig, denn sie mussten nur noch im mittleren Turm geschnitten und gefaltet werden. Es wird oft und immer viel Papier-Nachschub gebraucht, da die Maschinen etwa 200 Rollen Nacht pro Nacht verbrauchen. Wenn sie leer sind, müssen die Maschinen nicht an gehalten werden, sondern ein Mitarbeiter verbindet die fast leere Rolle mit einer Neuen durch ein Klebeband. So kann immer weiter gedruckt werden.

Pro Stunde werden bis zu 42.500 Exemplare einer Zeitung mit 48 Seiten Umfang gedruckt. Also kann man sich die Menge für eine Nacht ungefähr vorstellen. Dann gehen die fertigen Zeitungen über eine Art Seilbahn aus unzähligen Klemmen in eine große Halle, wo sie noch mit Werbung gefüllt werden. Dort müssen Arbeiterinnen aufpassen, dass die Maschinen mit den einzelnen Werbeprospekten immer gefüllt sind. Überall gab es aufmerksame Arbeiter, die das Geschehen kontrollierten. Zum Schluss werden die fertigen Zeitungen gebündelt an einer Rampe in Kleintransporter oder Lkw verladen und in die einzelnen Erscheinungsgebiete verfrachtet - und dort schließlich von Zeitungsboten verteilt. Nun hat jeder seine Zeitung auf dem Frühstückstisch und ist bei allen Events dabei.

Maschinen rotieren im Schichtdienst

Für die Herstellung einer Zeitung reicht eine Minute vom Papierkeller bis zur Transportrampe. Tagsüber werden Wochenanzeiger und andere Beilagen gedruckt, also rotieren die eindrucksvollen Maschinen im Schichtdienst. Zum Schluss verabschiedeten uns unsere beiden Führer mit Schlüsselanhängern und kühlen Getränken und anschließend machten wir es uns in unseren Bussitzen wieder gemütlich. Gegen 22.30 Uhr abends endete unsere recht lustige Rückfahrt. Dieser Ausflug war für uns sehr interessant. Müde zu Hause angekommen, hatten wir doch viel zu erzählen und eine Vorstellung davon, wie unsere Zeitung entsteht und welchen Weg sie täglich zurücklegt.

Sara Schäfers und Jannina Zielinski, Klasse 8a, Realschule Eslohe

Zeus-Reporter

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