Geschichte

Alte Bunker in Meschede

26.11.2011 | 08:00 Uhr
Alte Bunker in Meschede
Die drei Zeus-Reporter vor einem alten Bunker. Foto: Zeus

Relikte aus vergangener Zeit. Früher Lebensretter, heute kaum beachtet: Zeus-Reporter haben sich alte Zivilschutzbunker angeschaut und mit einem Zeitzeugen über den Zweiten Weltkrieg gesprochen.

Früher Lebensretter, heute kaum beachtet. So sehen Zeus-Reporter Zivilschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

19. Februar 1945 gegen 14 Uhr: „Plötzlich ging die Sirene. Erst nur Voralarm, dann Hauptalarm und schließlich akute Luftgefahr mit hohem Pfeifton. Eine Person hatte das Radio so laut gestellt, dass wir draußen vor der Haustüre Durchsagen hören konnten mit dem Hinweis: Achtung, Achtung! Feindliche Flugzeuge im Anflug auf Meschede! Das geschah mehrere Male. Es war unüberhörbar. Da stellte sich für unsere Eltern die Frage: in den Keller oder in einen Bunker.“

So erlebte der damals Siebenjährige Franz Sauerwald die Minuten kurz vor dem größten Angriff der Allierten auf Meschede. Hatte man sich entschieden, den Bunker aufzusuchen, erwartete einen ein röhrenartig gewölbter Raum – meistens in einer Schiefermutung, in der das Wasser von der Decke tropfte. Es war also kalt und nass dort und nur etwas Licht vorhanden. Die Kinder hatten sich an die Wände zu stellen und die Erwachsenen in die Mitte, da dort die Decke höher war. Wer noch Zeit hatte, nahm sich eine Decke mit.

Übelkeit wegen schlechter Luft

Alte Zivilschutzbunker. Fotos: Zeus

Die Stunden dort verbrachte man mit Lesen, Unterhaltung und manche hatten Gebetbücher und Rosenkränze dabei. Kleine Kinder bekamen dort die Flasche und wer einen Aluminiumhenkelmann hatte, konnte so auch etwas Warmes essen. Vielen wurde es schlecht, da es in vielen Bunkern nur einen geringen Luft- und Sauerstoffaustausch gab. Und deshalb gingen die Leute ständig raus und rein.

In der Nähe der damaligen Volksschule in der Steinstraße befanden sich zwei Bunker. Einmal der Bunker in der Steinstraße 30 – 32 (heute Radio Sauerland) und der andere Bunker im Hagenweg gegenüber vom Haus Nummer 9.

Es gab Vor- und Nachteile der Bunker. Der Bunker in der Steinstraße hatte den Nachteil, dass beim Bruch der Henneseestaumauer das Wasser zuerst die Umgebung der Steinstraße überfluten und so die Menschen im Bunker ertrinken würden.

Mit Stahltüren verschlossen

Die andere Sicherheitsunterkunft am Hagenweg hatte den sehr großen Vorteil, dass der Bunker sehr hoch lag und die Gefahr des Ertrinkens dort als sehr gering zu betrachten war. Ferner war es vorteilhaft, dass man nach dem Angriff über ganz Meschede schauen konnte und man so die Zerstörung der Stadt sah.

Weitere uns bekannte Bunker gibt es in der Arnsberger Straße (im Klausenberg), in der Briloner Straße, in der Schützenstraße (wahrscheinlich der größte Bunker, denn dorthin flüchteten die Honsel-arbeiter), in der Beringhauser Straße, in der Kolpingstraße und der Gebkestraße (unterhalb der St. Walburga Realschule).

Heute sind viele der Bunkereingänge entweder zugemauert, mit Betondeckeln oder Stahltüren verschlossen und zusätzlich mit Sträuchern zugewachsen, sodass diese heute kaum oder gar nicht mehr beachtet werden.

Bedanken möchten wir uns bei Herrn Franz Sauerwald und weiteren Zeitzeugen, die uns viele hilfreiche Informationen mitteilen konnten.

Benedikt Falke, Patrick Thüsing und Jonas Rentmeister, Klasse 8b, St. Walburga-Realschule Meschede

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