Bei den Maltesern ist das Helfen Hobby
09.02.2009 | 15:57 Uhr 2009-02-09T15:57:00+0100
"Als Malteser ist man nie allein!" Diese Erfahrung machten die Jugendlichen der Malteser-Jugend Balve schon in den Anfängen.
Heute hat sich ihre Zahl stark dezimiert, trotzdem gehen die Jugendlichen ihre Aufgaben weiterhin engagiert an.
Der Duft frischgebackener Weihnachtskekse liegt noch in der Luft des Malteser-Hauses in Balve und nach unzähligen Gute-Nacht-Geschichten schlummern die Kinder friedlich auf ihren Luftmatratzen. Es war ein anstrengender und erlebnisreicher Tag. Nach dem Plätzchenbacken, welches die Kinder mit Mehlschlachten und Ahnlichem unterstrichen, wurden Adventskalender gebastelt. Das Glitzerpulver, das zur Dekoration verwendet werden sollte, landete natürlich überall, nur nicht auf den Pappen, für die es gedacht war. Allein während des Abendessens herrschte dann für einen Augenblick Stille.
"Ich bin gerne Malteser"
Auch für die Gruppenleiter geht ein harter Tag zu Ende. Nachdem man sich seinen Schützlingen über Tag von seiner "erwachsenen" Seite zeigte, ist nun Entspannung angesagt. Die Kindergruppe wurde vor zwei Jahren gegründet und wird von den einstigen "Gruppenkindern" geleitet, die sich heute im Alter von 16 bis 18 Jahren befinden.
Die Motive für ihre bisweilen anstrengende und unentgeltliche Arbeit sind den jungen Leuten meist selbst nicht offensichtlich. "Wir haben alle in der Jugendgruppe angefangen, und mit der Zeit kamen immer mehr Aufgabenfelder hinzu, in denen wir mitwirken können. Trotz des gerade in der Vorweihnachtszeit sehr hohen Zeitaufwands bin ich gern Malteser", erzählt Kirsten (18), die mittlerweile als Jugend-Gruppenleiterin fungiert. "Die Kinder geben eine Menge zurück, und man lernt Verantwortung zu übernehmen."
"Helfer-Gen"
Doch das "Helfer-Gen" ist leider den Wenigsten in die Wiege gelegt worden. "Als vor sechs Jahren die erste neue Jugendgruppe in Balve gegründet wurde, haben sich dort wöchentlich 12 bis 14 Kinder getroffen. Diese Gruppe besteht, wenn man dies denn so nennen kann, heute noch aus einem Kern von drei Jugendlichen. Dabei wird die Arbeit natürlich nicht weniger", so Gruppenleiterin Kristina.
Neue Gesichter sind also gern gesehen und werden, um die bittere Wahrheit nicht aus den Augen zu lassen, auch dringend gebraucht. Zurzeit befinden sich die Malteser-Jugendlichen mit Unterstützung des Erwachsenenverbands in der Durchführung der jährlichen Nikolausaktion. Hier werden vor den Kirchen und auf dem Weihnachtsmarkt Kerzen verkauft. Jede dieser Spenden unterstützt eine Schule für geistig und körperlich beeinträchtigte Kinder, außerdem möchten die Malteser Kinder aus sozial schwächeren Familien in Balve ein schönes Weihnachtsfest bereiten.
"Ein Mann hat mir einmal während einer dieser Spendensammlungen dafür gedankt, dass es uns gibt", erzählt Sandra (16). "Solche Momente berühren mich und zeigen, dass meine Arbeit nicht sinnlos ist, auch wenn man sich manchmal Namen wie ,Hobby-Retter' und dergleichen gefallen lassen muss."
Die Jugendlichen treffen sich jeden Montag ab 17 Uhr in der Unterkunft am Kirchplatz 5 und an diversen Terminen an den Wochenenden, die in kurzer Zeit auch auf der Internetseite einzusehen sein werden.
Maike Thielmann, Sandra Dransfeld, Stufe 11, Walram-Gymnasium
Der Artikel ist zuerst auf Zeus in der Westfalenpost in Menden am 26. November 2008 erschienen.

0mitdiskutieren