Interview

Zu Besuch bei Zeus

08.12.2011 | 12:52 Uhr
Zu Besuch bei Zeus
WAZ-Volontärin und Zeus-Redakteurin Mona Contzen (m.) mit den Zeus-Reporterinnen Nele Kern und Sheeraly Kremer (v.l.). Foto: Zeus

Essen.   Die Zeus-Redaktion ist der Ort, an dem die Schüler-Artikel ankommen und für die Zeitung oder das Internet aufbereitet werden. Die Zeus-Reporterinnen Nele und Sheeraly wagten einen Blick hinter die Kulissen.

Als wir nach einer langen Autofahrt in Essen angekommen waren, wurden wir bereits am Eingang vom Pförtner mit einem Lächeln begrüßt. So ging es auch in den Raum weiter, in dem unsere Zeus-Artikel bearbeitet werden. Alle waren freundlich. Wir durften die nette 28-jährige Volontärin Mona Contzen bei der Arbeit beobachten. Sie erklärte uns dabei, wie die Beiträge überarbeitet und passende Bilder ausgesucht werden. Sie hatte sich außerdem dazu bereit erklärt, uns ein Interview zu geben.

Wie finden Sie das Zeus-Projekt persönlich?

Meiner Meinung nach, ist die Idee dahinter sehr gut. Ich finde es wichtig, dass Kinder beziehungsweise Jugendliche die Zeitung zu schätzen wissen. Im Vergleich zum Internet bietet sie viele Vorteile: Hintergründe werden erläutert und der Leser kann in der Regel sicher sein, dass die Informationen stimmen. Es könnte aber auch etwas verbessert werden. Zum Beispiel werden in manchen Städten nur sehr wenige Artikel geschrieben. Da könnten wir die Kooperation mit den Lehrern intensivieren.

Von wem wurde das Zeus-Projekt gegründet?

Die Idee hatte Projektleiter Harald Heuer.

Wie viele Angestellte arbeiten an dem Zeus-Projekt?

Wir sind etwa 15 Leute in unserem Team.

Macht Ihnen das Zeus-Projekt mehr Arbeit als sonst?

Aufgrund des Zeus-Projektes ist meine Arbeit eher anders, aber nicht anstrengender. Sonst schreibe ich meine Artikel selber, doch im Moment muss ich die eingehenden Schülertexte korrigieren und die Zeus-Seiten layouten. Dabei machen manche Texte einem mehr Arbeit als andere. Es hängt von den Schülern ab, ob in den Berichten viele Rechtschreibfehler vorkommen oder Fakten genannt werden, die wir nachrecherchieren müssen.

Wie kamen Sie zu dem Entschluss Journalistin zu werden?

Ich habe schon mit 15 oder 16 Jahren mit dem Journalismus angefangen. Eigentlich habe ich einen Ferienjob gesucht, stattdessen wurde mir ein Praktikum bei der Lokalzeitung in meiner Heimatstadt angeboten. Ich dachte, besser als nichts. Nachdem ich das Praktikum abgeschlossen hatte, bekam ich dann das Angebot, als freie Mitarbeiterin dort weiter zu arbeiten.

Welche Vor- beziehungsweise Nachteile gibt es an Ihrem Beruf?

Es gibt jede Menge Vorteile. Es werden einem viele Türen geöffnet und man lernt viele interessante Menschen kennen. Zudem kommt man mit Themen in Berührung, von denen man nie gedacht hätte, dass man sich für sie interessiert. Es ist auch total super, dass man zum Beispiel bei Theateraufführungen hinter die Kulissen schauen darf. Die Arbeitsmarktsituation ist jedoch ein Nachteil. Es gibt viele Journalisten, aber nicht genug Arbeitsplätze. Daher habe ich als junge Nachwuchsjournalistin keine gute Planungssicherheit.

Würden Sie sich für einen anderen Beruf entscheiden, hätten Sie die Chance dazu?

Auf keinen Fall.

Wie viele Artikel werden täglich zugeschickt?

Das ist ganz verschieden. Ich betreue mit meiner Kollegin die Städte Lüdenscheid, Hagen und Wetter/Herdecke. In Wetter etwa gehen leider nicht so viele Artikel ein wie zum Beispiel in Hagen.

Was gibt es für Kriterien, dass ein Zeus-Bericht in der Zeitung abgedruckt wird?

Ganz wichtig ist, dass der Inhalt des Textes stimmt. Die Relevanz des Themas ist auch ein Kriterium und natürlich darf der Artikel nicht einfach aus dem Internet abgeschrieben sein. Dies prüfen wir auch nach.

Ist es schwierig, eine Entscheidung zu treffen, welche Artikel abgedruckt werden?

Das hängt von der Anzahl der Artikel ab. Werden viele gute Artikel geschickt, ist es schwieriger, eine Entscheidung zu treffen, als wenn nur wenige Berichte gesendet werden. Dort freut man sich dann über jeden eintreffenden Artikel. Leider können nicht immer alle Berichte in der Zeitung abgedruckt werden, jedoch versuchen wir, möglichst viele auf unserer Internetseite zu veröffentlichen.

Sind wir die Ersten, die die Zeus-Zentrale besuchen?

In dieser Zeus-Runde seid ihr die Ersten. Wichtig ist es, eine konkrete Vorstellung zu haben, worüber genau man den Bericht schreiben möchte. Ihr beiden hattet mit dem Interview bereits eine Idee, worauf euer Besuch hinauslaufen sollte, also gab es keinen Grund, euch nicht einzuladen.

Jetzt kommt unsere letzte Frage: Was war bislang Ihr schönstes Erlebnis in Ihrem Beruf?

Ich erlebe viele spannende Dinge in meinem Beruf. Ein Schlüsselerlebnis habe ich während meines ersten Praktikums erlebt. Ich führte ein Interview mit einer bewundernswerten Frau, die zum „Ironman“-Triathlon nach Hawaii gereist ist. Das Unglaubliche daran war, dass sie erst zwei Monate vorher das Schwimmen gelernt hatte.

Nele Kern, Sheeraly Kremer, Klasse: 8a, Burggymnasium der Stadt Altena

Zeus-Reporterinnen

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