Vielfältiger Lokaljournalismus
28.11.2011 | 17:08 Uhr 2011-11-28T17:08:00+0100
Lüdenscheid. Über Jubiläen, Politikbeschlüsse, Ausstellungen, Unfälle und viele weitere Themen berichtet ein Lokaljournalist. Nicht immer bietet dabei der Anlass Grund zur Freude.
Wie die Arbeit in einer Lokalredaktion aussieht und welche Voraussetzungen es für den Beruf des Journalisten zu erfüllen gibt, erzählte Volker Lübke, Mitarbeiter der Westfälischen Rundschau (WR), im Interview mit Zeus-Reporterin Soraya Schulte.
Herr Lübke, was ist Ihre Aufgabe in der Redaktion?
Wir liefern Texte für die Kreisseiten, Jugendseite und Kinderseite der Westfälischen Rundschau im Märkischen Kreis und berichten aus dem Märkischen Kreis für den Hauptteil der Zeitung. Dabei informieren wir nicht nur über Veranstaltungen, sondern wir suchen uns Themen, von denen wir glauben, dass sie die Leser besonders interessieren und recherchieren diese ausführlich.
Macht Ihnen Ihr Beruf Spaß?
Ja, sehr. Ich habe erst spät angefangen als freier Mitarbeiter mit 32 Jahren in der kleinen Lokalredaktion Werdohl. Und schon bei den ersten Terminen habe ich gemerkt, wie spannend der Job ist. Dabei ist es bis heute geblieben. Besonders spannend finde ich den Lokaljournalismus, weil man mit allen Themenbereichen zu tun hat. Man muss über die Lebensgeschichte eines Goldhochzeitspaares schreiben, über die Jahreshauptversammlung des Kaninchenzuchtvereins sowie über Politik und Wirtschaft.
Wieso haben Sie diesen Beruf gewählt?
Weil ich von Anfang an bemerkt habe, dass mir das richtig Spaß macht. Eigentlich habe ich Kunstgeschichte und Philosophie studiert und bin mehr zufällig freier Mitarbeiter bei der WR geworden.
Haben Sie viel zu tun?
Ja, weil unsere Leser jeden Tag eine Zeitung haben wollen, die informativ, aktuell und abwechslungsreich ist.
Welche Erlebnisse sind besonders schön oder schlimm in Ihrem Beruf?
Schlimm ist, wenn man über schwere Verkehrsunfälle oder andere tragische Unglücke berichten muss, bei denen Menschen schwer verletzt wurden oder gar gestorben sind. Schöne Erlebnisse gibt es viele, zum Beispiel wenn man merkt, dass man mit seinem Interviewpartner auf der gleichen Wellenlänge liegt oder wenn man aus einem Gesprächspartner, aus Politik oder Wirtschaft, das herausbekommt, was er eigentlich nicht sagen will. Ein Erfolgserlebnis ist es, wenn man eine brisante Nachricht exklusiv hat.
■ die WR erschien erstmals am 20. März 1946
■ Hauptsitz der Zeitung ist in Dortmund
■ die verkaufte Auflage im Juli 2009 lag bei 132 657 Exemplare
■ am regionalen Newsdesk in Lüdenscheid werden alle Lokalausgaben für den Märkischen Kreis produziert. Die Lokalredaktionen liefern die Texte und Fotos, am Newsdesk werden diese auf den Seiten verteilt.
Wie und wann kommt die Ausgabe zum Leser?
Der Dienst dauert immer so lange, bis die Zeitung voll ist. Das ist das Besondere an dem Beruf. Unsere Ausgabe wird abends um 23 Uhr gedruckt.
Welche Voraussetzungen muss ich für diesen Beruf mitbringen?
Man muss neugierig und kritisch sein. Man braucht ein Gespür für Themen, die möglichst viele Leser interessieren. Und man sollte spannend schreiben können.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Sie dauert zwei Jahre und heißt Volontariat.
Was würden Sie den Leuten, die diesen Beruf erlernen möchten, mit auf den Weg geben?
Dass sie nicht alles glauben sollen, was ihnen gesagt wird, sondern Informationen immer hinterfragen.
Soraya Schulte, Klasse: 8a, Burggymnasium der Stadt Altena, Altena

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