Jugend früher und heute
16.11.2011 | 19:09 Uhr 2011-11-16T19:09:00+0100
Plettenberg. Früher war alles besser? Über diese Aussage lässt sich streiten, doch Zeus-Reporterin Carolin Mödden ist sich sicher, geht es um die Vermittlung von Werten, stimmt die Floskel.
Gespräche mit Omas und Opas können zum Nachdenken anregen. Als ich vor kurzem mittags wutentbrannt von der Schule nach Hause kam, wollte ich einfach nur Dampf ablassen. Zum Glück war Oma nicht weit. Ich erzählte ihr von überfüllten Bussen, dass meine Freundin meine Handynachrichten und -anrufe ignorierte, ich quälende Langeweile hatte und der Lehrer in der Schule zu allem Überfluss auch schlecht gelaunt gewesen war.
Bus oder Fahrrad
Eigentlich erwartete ich Mitleid oder wenigstens eine tröstende Umarmung. Als sie mich jedoch verwundert anschaute und meinte, ich wüsste gar nicht, wie gut ich es hätte, verstand ich gar nichts mehr.
Dann begann sie, von früher zu erzählen. „Von wegen Bus! Damals lief man zur Schule oder fuhr mit dem Fahrrad und das bei Wind und Wetter. Hatte man früher Schulschluss, gab es kein Handy, mit dem man zu Hause hätte anrufen können. Und wenn, abgeholt hätte einen sowie so niemand. Für ein Auto fehlte meistens nämlich das nötige Kleingeld.
War man erst einmal zu Hause, mussten viele zunächst im Haushalt helfen, also zum Beispiel putzen, den Kohleofen anheizen, Holz hacken oder kochen. Andere konnten direkt essen, Hausaufgaben machen und dann ihre Freizeit genießen.
Kein PC, Handy oder Spielkonsolen
Was denkt ihr wohl, haben die früher so gemacht? PSP, Wii oder Xbox gespielt? Vielleicht iPod gehört, SMS geschrieben und telefoniert? Oder saßen sie doch am PC? Nein, sie waren draußen! Einfach nur draußen! Denn all diese Geräte gab es noch gar nicht. So streunten sie mit ihren Banden durch die Nachbarschaften.In der Regel war nachher alles dreckig, so dass Mutter schimpfte. Aber sie hatten ihren Spaß und das mit den einfachsten Dingen.
Damals kannten die Kinder noch solche Werte, weil sie zum Beispiel nicht so mit Geschenken überhäuft wurden, wie heute an Weihnachten, den Geburtstagen oder sogar zwischendurch. Damals hatten sie zwar nicht so viele eigene Sachen, aber mit dem, was sie hatten, waren sie glücklich.“
Kein Wunder, dass uns Jugendlichen heutzutage immer langweilig ist. Wir besitzen so viel Spielzeug, dass wir gar nicht wissen, womit wir uns beschäftigen sollen. Überlegt doch einmal, worüber ihr euch an Weihnachten oder am Geburtstag am meisten freut. Es ist nicht die Feier mit der Familie, die zusammenkommt. Nein, am meisten freut man sich doch über die Geschenke.
Beisammensein als Höhepunkt
Früher wurden nur Kleinigkeiten verschenkt. Mädchen bekamen etwa eine neu eingekleidete Puppe und Jungen einen Metallbaukasten oder neue, gute Kleidung. Das war wohl nicht so teuer wie die Wünsche einiger Jugendlicher heutzutage, die am liebsten den halben Saturn leer kaufen würden. Die Geschenke waren zudem damals auch nicht der Höhepunkt eines Geburtstages oder Weihnachten, sondern das Beisammensein der Familie.
Und so sollte es ja auch sein. Ich weiß nicht, ob früher wirklich „alles besser“ war, wie viele ältere Menschen behaupten. Aber wenn es um die Vermittlung von „echten Werten“ geht, dann stimmt diese Aussage schon.
Carolin Mödden, Klasse: 8c, Geschwister-Scholl-Realschule, Plettenberg

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