Zwischen Bienen und Schweinen
26.05.2008 | 19:10 Uhr 2008-05-26T19:10:10+0200Zeus ist neugierig: Kunst- und Religionslehrerin Eva-Maria Sand unterrichtet am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und lebt privat auf einem Bauernhof.
FREIZEIT.
E va-Maria Sand (61) arbeitet Kunst- und Religionslehrerin am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist und lebt auf einem Bauernhof. Spannend. Zeus hat mit ihr gesprochen.
Wie ist das Leben auf ihrem Bauernhof?
Eva Maria Sand: Es gefällt mir sehr gut und ist wichtig für mich und meinen Mann. Wir haben unsere Ruhe. Ich mochte das früher schon gerne. Eigentlich komme ich aus Duisburg und bin ein Stadtkind, aber meine Oma wohnte etwas ländlicher und das fand ich toll!
Inspiriert sie die ländliche Atmosphäre?
Sand: Natürlich! Es ist ruhig und abgelegen. Man kann entspannen und abschalten. Ich beobachte gerne Tiere und Pflanzen und zeichne sie - zum Beispiel Katzen. Das ist nicht so einfach, weil sie sich beim kleinsten Geräusch bewegen.
Wirtschaften sie mit den Erzeugnissen ihres Bauernhofes?
Sand: Nein, nicht wirklich, aber wir kaufen Ferkel beim Tierpark Kleve und ziehen sie groß. Wirtschaften tun wir damit allerdings nicht, wir essen sie irgendwann selber. Ich habe kein schlechtes Gewissen. Es sind glückliche Schweine! (lacht). Wir stiften auch jedes Jahr ein Schwein der Klosterforte. Sie bekommen von uns kein Mastfutter, sondern viel Grünzeug. Mein Mann und ich sind auch noch Imker und verkaufen den Honig.
Ist es schwer, einen Bauernhof zu führen?
Sand: Das macht mein Mann. Wir führen ein ruhiges, glückliches Leben. Die Arbeit hält sich in Grenzen.
Wollten sie schon immer Kunstlehrerin werden?
Sand: Ich sollte Grafikerin werden, weil mein Vater mir immer gesagt hat, ich soll etwas Vernünftiges lernen. Ich habe mich früher schon für Kunst interessiert und hatte in der Schule immer eine Eins.
Sind sie in ihrer Freizeit so kreativ wie im Unterricht?
Sand: Klar. Ich zeichne viel und gerne und habe zum Beispiel in meiner Küche Prismen in die Fenster gehängt. Wenn das Licht durch diese Glaskristalle fällt, habe ich wunderschöne, bunte Spiegelungen.
Wie sind sie als ihr zweites Fach auf Religion gekommen?
Sand: Mich interessiert das Verhältnis von Juden und Christen. Ich habe auch an der Universität Theologie studiert. Außerdem habe ich mich mit den alten Bibelschriften befasst.
Waren sie schon immer bei uns an der Schule?
Sand: Ich war vorher am Johanna-Seebus Gymnasium. Ich muss aber sagen, dass ich sehr zufrieden bin und ich finde, dass die Schüler hier am FVS freundlicher sind. Sie sagen "Guten Morgen" oder halten mal die Tür auf. Sehr positiv.
Was haben sie vor in ihrem Ruhestand zu tun?
Sand: Ich werde richtig aufdrehen! (lacht) Ich denke, ich werde in meinem eigenen Atelier noch kreativer sein. Ich habe zum Beispiel eine Ausstellung: Am 18 Mai im Bibelmuseum. Dort stelle ich Projekte im Zusammenhang mit Bibelschriften aus. Ich werde im Ruhestand einfach mehr Zeit für die Kunst haben, wo sonst im Alltag die Zeit und Energie fehlt.
Milos Heiden, Ronja Niemann, Hendrik Stamm, 8c, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Kleve. "Wir führen ein ruhiges, glückliches Leben. Die Arbeit hält sich in Grenzen"

20:49
Wow!!! Echt cool, ein eigener Bauernhof ;-)