SCHÜLER SCHREIBEN ÜBER...

Zwischen Kaffeetassen und der neuesten Nachricht

19.05.2008 | 11:13 Uhr

So haben die ZEUS-Reporter ihre Eindrücke aus der WAZ-Lokalredaktion in Herne betitelt. Sie schauten sich dort um und befragten den Volontär.

Wenn man die Redaktion der WAZ betritt, trifft man auf geschäftiges Treiben. Einige Mitarbeiter mit einem Stapel Zeitungen auf dem Arm laufen über den Gang, aus einem Raum hört man lautes Lachen, eine Frau mit einer Tasse Kaffee sitzt vor einem Computer und kürzt ihren Bericht und zwei Fotografen schauen sich ihre Fotos an. Doch trotzdem findet die Redaktion sofort Zeit für uns.

Der 25-jährige Volontär Dirk Nordhoff stellt uns Stühle hin und lässt sich selbst auf seinem nieder. In dem Raum, in dem wir sitzen, stehen bunte Kaffeetassen und Brotdosen, an den Wänden hängen Bilder von Hunden und  Familienmitgliedern. Dirk Nordhoff ist Volontär, der sich momentan um die ZEUS-Seiten in der Herner WAZ-Ausgabe kümmert. Angefangen hatte alles mit dem Praktikum, das der heute 25-jährige gemacht hatte. „Ich hatte Spaß daran und wollte weiter machen”, erzählt er. Und weiter ging es dann auch – vorerst als freier Mitarbeiter. Das heißt, er sprang für Redakteure ein und arbeitete am Wochenende.

Jetzt ist er Volontär, also eine Person, die freiwillig eine Ausbildung macht. Er bekommt dafür zwar nicht viel Geld, bereitet sich aber auf seine künftige Arbeit als Redakteur vor. Bis es für ihn so weit ist, dass er übernommen werden könnte, dauert es noch anderthalb Jahre. Inzwischen ist die erste Konferenz in der Herner Redaktion an der Behrensstraße, Ecke Markgrafenstraße vorbei und die Mitarbeiter strömen in den kleinen Schreibraum. Sofort wird es wieder lauter. Der Arbeitstag eines Journalisten ist stressig.

Es gibt zwei Konferenzen, in denen unter anderem Fehler des Vortages und Themen für die nächste Zeitung besprochen werden. Und ansonsten heißt es: Schreiben, schreiben, schreiben! „Manchmal würde ich ganz gerne für eine Zeitschrift schreiben, die nur alle 2-4 Wochen erscheint anstatt für eine Tageszeitung. Denn da muss man sich nicht so hetzen und kann hintergründiger schreiben”, gesteht Dirk Nordhoff und greift nach seiner Kaffeetasse. „Manchmal denke ich, es wäre reizvoll für ein Musikmagazin zu arbeiten”, sagt er uns und nimmt einen Schluck. „Ich habe Politik und Geschichte studiert!”, antwortet der Volontär auf die Frage, ob er denn Journalismus studiert hätte.

Er habe nicht den besten Abiturdurchschnitt gehabt, war deswegen aber keineswegs enttäuscht oder versucht, seinen Traum aufzugeben. „Ich hätte damit zum Beispiel nicht Journalistik in Dortmund studieren können”, sagt er. „Aber Journalist, das ist eh ein Charakterberuf, da geht's nicht nur um Noten: man muss Interesse haben, sollte nicht schüchtern sein und am wichtigsten ist ein gesundes Misstrauen – sonst könnte dir ja jeder was erzählen”, sagt Nordhoff und trinkt erneut einen Schluck Kaffee.

Zum Schluss zeigt er uns noch das mehrere tausend Euro teure Programm „Multicom”, mit dem die Seiten der WAZ beschrieben und gestaltet werden. Wir schauen noch mal schnell in alle Räume, verabschieden uns von allen netten Mitarbeitern, die in einem fast familiären Klima zusammenarbeiten, und machen uns dann wieder auf den Weg.

Carla Sommer, Karolin Werner und Jonas Bensberg; 8c, Otto-Hahn-Gymnasium

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