Unser Mann in der 1. Liga
14.05.2008 | 17:08 Uhr 2008-05-14T17:08:00+0200Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer ist den meisten Hernern bekannt. Seine Laufbahn als Unparteiischer begann bereits 1984. In seiner Freizeit spielt er übrigens selbst Fußball.
Es ist Samstagnachmittag. Die meisten Menschen genießen das Wochenende, doch Thorsten Kinhöfer muss sich ganz auf das Spiel konzentrieren. Um ihn herum kreischt und schreit die Menge. Doch ob sie jubelt oder ihn beschimpft und beleidigt, das bekommt er nicht mit, da er nur auf das Fußballspiel achtet. "Nach dem Anpfiff hat man eine Art Tunnelblick", so sagt der Schiedsrichter selbst von seiner Spielerfahrung.
Thorsten Kinhöfer ist einer der bekanntesten Menschen aus Herne. Fast jedes Wochenende können ihn die Fußballzuschauer bei Bundesligaspielen im Fernsehen beobachten. Seit 1994 ist er Schiedsrichter des DFB, seit 1997 pfeift er in der 2. und seit 2002 in der 1.Bundesliga. 2006 wurde er zum FIFA-Schiedsrichter ernannt.Schon 1984 fing Kinhöfers Laufbahn als Schiedsrichter bei den Mini-Kickern an. Damals war er gerade 16 Jahre alt und wollte sich etwas Taschengeld dazu verdienen.
Jeder angehende Schiedsrichter muss eine Prüfung vor dem Kreisschiedsrichterausschuss seines Heimatverbandes ablegen. Die Voraussetzungen zu diesem Job sind Regelwissen und Gerechtigkeitsempfinden sowie körperliche Fitness und konditionelle Ausdauer. Denn ein Schiedsrichter muss pro Spiel acht bis zwölf Kilometer laufen.Schiedsrichter zu sein ist nicht immer leicht. Trotz der Beleidigungen von Zuschauern muss man konsequent "am Ball bleiben", das rät Thorsten Kinhöfer allen, die auch Schiedsrichter werden wollen. Der Job Schiedsrichter ist eine Prägung fürs ganze Leben und gut für das eigene Fortkommen. Anfänger sollten vor allem "nicht die Flinte ins Korn werfen, wenn es mal nicht so läuft", empfiehlt Kinhöfer.
in 91 Bundesligaspielen
Thorsten Kinhöfer wird am 27. Juni 40 Jahre alt. Er ist in Herne geboren und arbeitet immer noch hauptberuflich in der Emscherstadt: als Controller bei den Herner Stadtwerken. Der Statistik auf der Internetseite www.weltfussball.de zufolge hat Kinhöfer bisher - auf sieben Spielzeiten verteilt - 91 Bundesliga-Partien gepfiffen.
Dabei zückte er 12 Rote Karten, 17 Gelbrote Karten und 427 Gelbe Karten.
Die Fußballverbände und die Schiedsrichter suchen immer wieder "neue Mitstreiter", denn, so sieht das der bekannte Herner Unparteiische, "frischer Wind tut immer gut!" Auch für Frauen kann der typische Männerberuf zum Traumberuf werden.Thorsten Kinhöfer pfeift am liebsten in der Bundesliga und zwar in vollen Stadien, wie zum Beispiel in München, Frankfurt oder Hamburg. "In vollen Stadien ist einfach eine tolle Stimmung", sagt er. Bedeutend sind für ihn alle Spiele, denn jede Partie für sich ist wie eine Geschichte, bei der man am Anfang nie weiß, wie sie ausgeht.
Thorsten Kinhöfer kommt viel in der Welt herum. Er war schon in zahlreichen europäischen Ländern, und auch nach Seoul (Südkorea), Riad und Jeddah (Saudi-Arabien) oder Doha (Katar) hat ihn der Fußball schon gebracht. In einem Jahr ist er ungefähr 100 Tage unterwegs.
Viele Spiele finden an Wochenenden statt, trotzdem würde das viele Reisen für die Tätigkeit als Schiedsrichter ohne die Rückendeckung von Kinhöfers Arbeitgeber nicht funktionieren; er arbeitet bei den Herner Stadtwerken. Kinhöfer kann die Anreise zu den Spielorten individuell gestalten. Er muss jedoch immer das DFB-Reisebüro in Frankfurt informieren und mindestens einen Tag vor dem Spiel anwesend sein. In der 1. Fußball-Bundesliga darf der Herner auf Grund der geographischen Lage die Spiele von Bochum, Dortmund, Schalke und Bielefeld nicht leiten.In seiner Freizeit spielt der Schiedsrichter Kinhöfer selbst gerne Fußball oder Tennis. Im Gysenbergpark kann man ihn zweimal pro Woche beim Lauftraining antreffen.

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