Herne

Nachwuchs-Sorgen

21.04.2008 | 22:56 Uhr

Die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr ist unverzichtbar. ...

Im Herbst letzten Jahres brannte das Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses in Herne-Sodingen. Beide Wachen der Berufsfeuerwehr und der Löschzug Sodingen der Freiwilligen Feuerwehr waren im Einsatz. Foto: Stefan Kuhn, press image

... Um aber genug Brandbekämpfer an Bord zu haben, müssen die Verantwortlichen immer mehr Menschen gezielt ansprechen Sonntag, 2:14 Uhr, Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr, Löschzug 11: Brand im Gewerbebetrieb, mehrere Verletzte. Gibt es dafür nicht die Berufsfeuerwehr?Stimmt, die meisten Einsätze in Herne werden von der Berufsfeuerwehr abgearbeitet. Neben ihr gibt es aber auch die Freiwillige Feuerwehr mit ihren engagierten "Kameraden". Denn: Oft reicht eine Berufsfeuerwehr alleine nicht aus, ist die Hilfe der Freiwilligen unverzichtbar.So etwa, wenn mehrere Einsätze gleichzeitig anstehen oder bei größeren Einsätzen wie Großbränden. Dann müssen die Kräfte der Berufsfeuerwehr verstärkt oder abgelöst werden.Doch es gibt ein Problem. Die Freiwillige Feuerwehr hat zu wenig Nachwuchs. "Ein Grund dafür ist, dass die Bevölkerungszahl abgenommen hat", sagt Jürgen Schomäker (56), Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr und Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes Herne. "Außerdem sind die Arbeitszeiten gestiegen. Die Leute haben also weniger Zeit für ein Ehrenamt." Gegenmaßnahmen? "Das gezielte Ansprechen von Leuten", so Schomäker.Mit dem Nachwuchs in der Jugendfeuerwehr sieht es allerdings gut aus. "Wir haben genug Jugendliche, aber leider nicht genug Ausbilder'', sagte Falko Tietz (29), Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und einer der ehrenamtlichen Ausbilder bei der Jugendfeuerwehr Constantin. "Zirka 60 Prozent der Jugendlichen wechseln nach etwa sechs Jahren Jugendfeuerwehr in die Freiwillige, doch nicht alle bleiben." Braucht Herne die Freiwillige? "Ja! Auch die Berufsfeuerwehr stößt an ihre Grenzen, und dann sind wir da, um zu helfen", so Falko Tietz. Überzeugtes Mitglied seit 24 Jahren ist Udo Bredemeier (42), Hauptbrandmeister und Ausbilder. Er will Menschen in Notsituationen gezielt helfen können. "Man kann nicht nur erwarten, dass Hilfe da ist, wenn man sie braucht, man muss auch selber helfen können. Ich finde die Technik in der Feuerwehr sehr interessant und es macht einfach Spaß, mitzuarbeiten". Die Freiwillige Feuerwehr sucht keine Topathleten mit einem IQ von 120. Mitmachen kann jeder, Frauen und Männer ab dem 18. Lebensjahr. Wer sich für sechs Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr verpflichtet, spart sich den Wehrdienst in der Bundeswehr!Nico Bredemeier; Klasse 8a, Otto-Hahn-Gymnasium

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