Mein Vater – der Imam
08.10.2009 | 16:47 Uhr 2009-10-08T16:47:00+0200Vor zwanzig Jahren begann Ahmet Akkurt seine Ausbildung in Erzurum. Nächstes Jahr kehrt er dorthin zurück.
Mein Vater ist Imam. Wenn ich erzähle, was mein Vater beruflich macht, sehe ich oft Fragezeichen in den Gesichtern der Menschen – kaum jemand weiß, was ein Iman ist oder tut. Imam, das ist ein Vorbeter in einer Moschee. Ahmet Akkurt (37) ist einer von ihnen.
Er ist der zuständige Vorbeter für alle Hattinger Muslime in der "Fatih Moschee". Schon im Kindesalter wollte Akkurt Imam werden. Er las begeistert den Koran und konnte das 600 Seiten starke Werk bald auswendig. Mit 17 Jahren begann er, in Erzurum an der Berufsfachschule und der Fachhochschule seine Ausbildung in seinem Traumberuf. Doch wer jetzt denkt, mein Vater hätte einen langweiligen und eintönigen Beruf, und er würde sich nur in der Moschee aufhalten, der hat sich geirrt. Neben den Gebeten, fünf Mal täglich, besucht mein Vater regelmäßig Menschen in Krankenhäusern und auch im Gefängnis. Dort hilft er ihnen, mit ihrer schwierigen Lebenssituation zurecht zu kommen. Das wird dankbar angenommen.
Doch auch den Kontakt zu den anderen Kirchengemeinden und zur Polizei findet er sehr wichtig und daher nimmt er regelmäßig an Veranstaltungen und Versammlungen teil. Zudem liegt ihm die Aufklärungsarbeit sehr am Herzen und er freut sich immer, wenn Schulklassen in die Moschee kommen, um sich über den Islam zu erkundigen.
Auch ein Imam hat natürlich einmal Feierabend und will sich entspannen. Mein Vater tut dies nach einem langen, spannenden Tag gern mit dem Lesen eines guten Buches oder aber er fiebert bei Sportsendungen im TV mit. Im August 2010 heißt es für meine Familie und mich wieder "Görüsürüz" – also "Auf Wiedersehen". Denn dann ziehen wir wieder zurück in die Türkei, wo mein Vater die Stelle als Imam der Moschee von Erzurum antritt.
Sümeyye Akkurt und Franziska Albrecht, Klasse 8, Hauptschule Hattingen

20:06
Geil gwschrieben ,Sümmeye.Der beste Arktikel ,xD