Austausch

Zuhause im Ausland

17.11.2011 | 14:46 Uhr
Zuhause im Ausland
Argentinien ist das Heimatland von Bernadette Weimers „neuer Schwester“. Foto: Getty

Hagen.   Wenn zwei Kulturen aufeinandertreffen, gibt es nicht nur viele Stolpersteine, es können auch tiefe Freundschaften entstehen. Zeus-Reporterin Bernadette Weimer hat in der argentinischen Austausschülerin Luisina sogar eine Schwester gefunden.

Jedes Jahr zieht es viele Jugendliche während der Schulzeit ins Ausland. Auch nach Deutschland kommen immer wieder viele Austauschschüler. Eine Möglichkeit, Auslandserfahrungen zu sammeln, bietet zum Beispiel der Rotary-Club, eine Organinsation, die sich für gemeinnützige Zwecke einsetzt. Aus Argentinien, Ecuador, Indien und Brasilien kommen die Jugendlichen, die im Moment über Rotary in Hagen für ein Jahr zu Gast sind. Für diese Zeit lassen sie ihr vertrautes Leben hinter sich und leben bei einer fremden Familie.

Luisina Rocci aus Mar del Plata in Argentinien wollte unbedingt nach Deutschland. Sie sprach kein Wort deutsch und musste sich mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Englisch verständigen. Doch nach sechs Wochen Sprachkurs an einer Sprachschule in Dortmund lernte sie zügig deutsch. Auch in der Schule – sie besucht die elfte Klasse des Albrecht-Dürer Gymnasiums – war erst einmal alles ein Rätsel für sie.

In Deutschland ist alles perfekt

Mittlerweile kann sie sich sehr gut mit ihrer Gastfamilie verständigen und versteht sich mit ihren Gastgeschwistern super. Luisina hat für alle Gastgeschwister Spitznamen erfunden und bringt ihnen ein bisschen Spanisch bei. Insgesamt findet sie es in Deutschland doch sehr anders als in ihrem südamerikanischen Heimatland. „Hier ist alles perfekt. Die Busse kommen pünktlich, die Schüler schlafen nicht im Unterricht und machen ihre Hausaufgaben.“ Trotzdem fällt es Luisina immer noch schwer sich an die deutsche Pünktlichkeit zu gewöhnen. Sie hat gar kein Zeitgefühl und regelt alles ziemlich spontan. „Wenn wir in Argentinien Lust haben, nachts den Computer zu benutzen und zum Beispiel auf Facebook zu gehen, um mit Freunden zu chatten, dann sind wir eben auch mal bis drei Uhr morgens auf, ohne daran zu denken, dass wir vielleicht am nächsten Tag eine Arbeit schreiben.“ Außerdem bewundert sie, wie viele junge Leute in Deutschland Bücher lesen. „In Argentinien sieht man keine jungen Leute mit einem Buch in der Hand.“

Im Januar ist Luisinas Auslandsjahr zu Ende. Jetzt will sie gar nicht daran denken, da sie in ihrem Jahr in Hagen eine enge Beziehung zu ihrer Gastfamilie aufgebaut hat. Der Abschied von „Mutti“, „Papito“ und ihren Gastgeschwistern wird bestimmt sehr tränenreich. Aber noch ist ja etwas Zeit.

Bernadette Weimer, Klasse 8b, Hildegardis-Schule, Hagen

Zeus-Reporterin

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6082686/create

Alle Zeus-Artikel
Von Arnsberg bis Xanten
Als Zeus-Reporter seid ihr überall unterwegs. Eure Artikel findet ihr hier in eurer Heimatstadt.
Rund ums Projekt
Zeus weckt bei Jugendlichen die Lust am Lesen - und am Schreiben. Hier finden Sie Projektinformationen, Termine, Anmeldebereich und Unterrichtsmaterial.
Radioprofis gesucht
Im neuen crossmedialen Projekt von Zeus und Radio Oberhausen lernen Zeus-Reporter neben dem Zeitungs- und Onlinejournalismus auch die Arbeit beim Radiosender kennen. Und produzieren eigene Hörfunkbeiträge.
Zeus-auf-Schalke
Zeus-Reporter blicken hinter die Kulissen von Schalke 04. Was Sie dort erleben, lässt Schalke-Fans vor Neid erblassen. Weitere Infos zur Kooperation gibt's auf: www.schalke04.de
Wettbewerb
Der Strandkorb auf Norderney, die Hängematte in Opas Garten - Lieblingsplätze gibt es viele. Hier verraten Zeus-Reporter, wo ihr HomeSpot ist.
Mit Nachrichten gewinnen

Einen Fußballprofi in seinem Heimstadion treffen? Zeus macht’s möglich! Wer bei unserem NachrichtenCheck ein Event auf Schalke und 600 Euro für die Klassenkasse gewonnen hat, erfahrt ihr hier.

ZeusAwards
Fast so wie beim Pulitzer-Preis: Zeus verleiht jährlich die ZeusAwards an seine Nachwuchsreporter.