Der 20. September gehört...

Weltkindertag? - Nie gehört!

29.10.2009 | 17:29 Uhr

Der Weltkindertag macht ein Mal im Jahr auf die Lage von Mädchen und Jungen in aller Welt aufmerksam. Der Tag soll die Menschen besonders an die Bedürfnisse von Kindern erinnern. In Hagen aber kennt ein Großteil der Menschen den Tag gar nicht.

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts galt ein Kind — rechtlich gesehen — nicht mehr als ein Haustier. Doch langsam wandelte sich diese Einstellung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs das Bewusstsein, dass Kinder eigenständige Persönlichkeiten sind, die respektiert werden müssen.

Vor 20 Jahren, am 20. November 1989, wurden die Rechte für Kinder (UN-Kinderrechtskonvention) von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen. Zu den Rechten gehören: Überlebensrecht, Bildung, Schutz vor Missbrauch und Gewalt, Entscheidungsrecht.

Kinderrechte sind seit dem kein Versprechen mehr, sondern eine völkerrechtlich bindende Verpflichtung. Der Weltkindertag, der in Deutschland immer am 20. September gefeiert wird, will darauf aufmerksam machen — doch offenbar teilweise ohne Erfolg. Das zeigt das Ergebnis einer Umfrage in der Hagener Innenstadt wenige Tage nach dem Weltkindertag. Von 31 Befragten aus allen Altersgruppen haben 18 Personen trotz Infos in den Medien nicht an diesen für Kinder so wichtigen Tag gedacht. Und: Erschreckende 26 Personen konnten noch nicht einmal die einfachsten Rechte wie das Recht auf Gesundheitsversorgung und Bildung oder den Schutz vor Gewalt nennen.

Immerhin: Die Bereitschaft, Kindern in Not zu helfen, ist da. Die große Mehrheit der befragten Passanten ist bereit, für bedürftige Kinder Geld zu spenden.

Solche Hilfen sind weiterhin nötig — und zeigen auch erste Erfolge. Zwischen 2001 und 2006 wurden in den armen Ländern von Südamerika und Afrika rund 95.000 Kindersoldaten wieder an ein normales Leben herangeführt.

Außerdem konnte seit 1974 die Impfrate für die sechs gefährlichsten Kinderkrankheiten (Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern, Polio und Tuberkulose) von fünf auf 80 Prozent erhöht werden. Und: Mittlerweile werden in mehr als 60 Entwicklungsländern über 90 Prozent der Kinder an einer Grundschule unterrichtet.

Das alles sind aber nur erste Schritte. Denn trotz aller Bemühungen von Organisationen wie der Unicef sterben jährlich noch immer 9,2 Millionen Kinder vor ihrem fünften Lebensjahr. Gut, dass es den Weltkindertag gibt, der auf diese Missstände aufzeigt.

Sabrina Jersch

8b, Gymnasium Hohenlimburg

ZEUS-Reporter

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