Theater
"Vom Stück bekomme ich nichts mit"
09.11.2009 | 17:26 Uhr 2009-11-09T17:26:00+0100Egal ob Amsterdam, Los Angeles oder London — der Hagener Theaterfotograf Klaus Lefebvre fotografiert überall auf der Welt. Im Gespräch mit zwei ZEUS-Reportern berichtet Lefebvre über den Alltag als Theaterfotograf und erklärt, warum er kaum ein Stück wirklich kennt.
Was sind die genauen Aufgaben eines Theaterfotografen?
Klaus Lefebvre: Also, wie man schon an dem Namen „Theaterfotograf” hört, fotografiert man Theaterstücke. Der Fotograf bekommt meistens einen Auftrag von den Dramaturgen des Schauspiels, mitsamt einer bestimmten Aufgaben.
Wann werden die Fotos gemacht, bei den Proben oder bei den richtigen Aufführungen?
Die Fotos für das Programmheft werden bei der 1. Probe gemacht. Dann kommt die Generalprobe, wo die Pressefotos gemacht werden, also die Bilder, die hauptsächlich in Zeitungen erscheinen. Von allen geschossenen Fotos werden abschließend die besten Bilder rausgesucht und für Plakate wie auch Zeitschriften benutzt.
Muss man für den Beruf als Theaterfotograf weit reisen?
Ja natürlich muss man auch mal in andere Länder oder manchmal sogar auch Kontinente reisen, wie zum Beispiel in die Niederlande oder nach Amerika.
Wie wird man denn beauftragt, für ein Theaterstück zu fotografieren?
Oft ist es so, dass man schon Jahre vor einem Termin des Stückes von den Dramaturgen angerufen oder per Post informiert wird, das Stück zu fotografieren.
Normalerweise ist es ja so, dass man als Fotograf ein eigens Labor hat. Braucht man das als Theaterfotograf auch?
Nein, so etwas braucht man heutzutage nicht mehr. Normalerweise kann man sich die Fotos nach wenigen Minuten schon auf dem Computer anschauen und die Bilder dann auf eine CD laden. Diese CD wird dann an die Dramaturgen geschickt.
Gibt es viele Theaterfotografen?
Es gibt nicht sehr wenige Theaterfotografen, aber auch nicht sehr viele. Der Beruf ist nicht so bekannt wie zum Beispiel Polizist, Feuerwehrmann oder ähnliches. Das macht die Sache auch manchmal etwas leichter, denn wie in jedem Beruf gibt es auch hier Konkurrenzkampf.
Merken Sie den Konkurrenzkampf stark?
Eigentlich merken eher diejenigen, die diesen Beruf noch nicht lange ausüben, mehr davon. Deshalb bekommen diejenigen, die den Beruf schon lange beherrschen, recht wenig davon mit.
A propos mitbekommen: bekommt man die Handlung des Stückes überhaupt mit, wenn man fotografieren muss?
Nein eher nicht, da man sich viel zu stark auf das Fotografieren konzentrieren muss.
Das Interview führten Pia Krüselmann und Helena Tillmann, 8a,
Albrecht-Dürer-Gymnasium

0mitdiskutieren