In Afrika kann kaum ein...

Unicef kämpft gegen Kinderarbeit

06.10.2009 | 16:16 Uhr
Unicef kämpft gegen Kinderarbeit

Sie schleppen große Steine, zerklopfen sie und versuchen, Gold auszuwaschen. Sie arbeiten täglich viele Stunden — dabei sind sie selbst noch Kinder. Unicef versucht, Kindern in Afrika, etwa in Burkina Faso, zu helfen.

„Unicef hilft Kindern in Not, und zwar weltweit in Entwicklungsländern”, erklärt Marianne Müller-Antoine das Grundprinzip des Kinderhilfswerks. Die 55-Jährige ist Bildungsreferentin bei Unicef und weiß, dass Not nicht nur Armut, sondern auch Kinderarbeit bedeutet.

Warum beschäftigen Firmen überhaupt Kinder? „Es ist für die Unternehmer einfach und billig, Kinder zu beschäftigen, denn Kinder erhalten keinen Vertrag und können deshalb spärlich oder auch gar nicht bezahlt und willkürlich entlassen werden”, erzählt Müller-Antoine. Außerdem würden sich Kinder nicht so stark wie Erwachsene wehren, lassen sich leicht einschüchtern und sind sehr geschickt.

„Die Hauptursache für Kinderarbeit ist Armut”, sagt Müller-Antoine. Ohne das spärliche Einkommen der Kinder könnten viele Familien gar nicht überleben. Das heißt auch: Kinderarbeit lässt sich nicht einfach mit einem Verbot bekämpfen. Und: Firmen bestechen oftmals Polizisten oder Politiker, damit diese auf ihrer Seite stehen.

Unicef hat deshalb die Aktion „Stoppt Ausbeutung” gestartet, mit der 40 000 be-nachteiligte Kinder in vier Ländern erreicht werden sollen, auch in Burkina Faso. Unicef versuchte zunächst mit einheimischen Organisationen die Minenbesitzer von einer schrittweisen Abschaffung der Kinderarbeit zu überzeugen.

Ein Pilotprojekt in den Pissy-Goldminen wurde vereinbart. Dort wurde eine Kinderbetreuung eingerichtet, damit nicht schon die Kleinsten in die Minen mitmüssen. Es war erfolgreich, so dass noch ein großes Projekt gestartet wurde: Zeltschulen mit ausgebildeten Lehrern wurden eingerichtet, die für 400 Kinder eine Chance bedeuten. Die Eltern bekamen von Unicef Unterstützung, um eigenes Geld zu verdienen und die Kinder ernähren zu können. Sie bekamen etwa Schafe, um eine Tierzucht aufzubauen oder Werkzeuge und Kredite. „Für unsere Mitarbeiter ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man eine sinnvolle Aufgabe leistet”, sagt Müller-Antoine.

Auf die Frage, wie wir jetzt aussehen würden, wenn wir seit dem sechsten Lebensjahr gearbeitet hätten, antwortet die Bildungsreferentin: „Ihr hättet aufgrund der Minenarbeit wohl Atemwegserkrankungen, Hautkrankheiten und eine kleine, schwache Statur.”

Carla Jasniewicz, Susanne Pfeiffer,

8d, Hildegardis-Schule

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