Kommentar
Ungleiche Chancen
02.11.2009 | 16:31 Uhr 2009-11-02T16:31:00+0100
Chancengleichheit ist ein aktuelles Thema. Aber: Gibt es sie überhaupt noch? Soziale Ungleichheit, so könnte man heute das deutsche Bildungssystem bezeichnen. Selbst in Deutschland gibt es Millionäre und Obdachlose, Spitzenverdiener und Arbeitslose.
Gute Bildung nur für Reiche? Bildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft, die einzige Möglichkeit, Kinder auf das Leben vorzubereiten, Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern.
Unser Land investiert inzwischen rund eine Milliarde Euro pro Jahr in Nachhilfestunden. Eltern schicken ihre Sprösslinge auf Privatschulen und geben knapp 70 Millionen Euro im Jahr für Lernmaterial aus. Laut PISA-Studie hat ein 15-jähriges Oberschichtenkind eine rund viermal größere Chance das Gymnasium zu besuchen als ein Facharbeiterkind — bei gleicher Intelligenz und Lernbereitschaft.
Viele Eltern gehen völlig unterschiedlich mit Schullaufbahnempfehlungen um. Eltern aus der Arbeiterschicht akzeptieren viel eher, dass ihr Kind nicht auf das Gymnasium soll. Eltern aus oberen Bildungsschichten ignorieren die Ratschläge der Lehrer und tun alles, was in ihrer Macht steht, um das Kind doch aufs Gymnasium zu schicken.
Das Spannungsverhältnis zwischen Familie und Schule kann in unserer Gesellschaft täglich wachsen. Ein Grund hierfür besteht darin, ob sich Eltern Nachhilfestunden leisten können bzw. Interesse an den schulischen Leistungen ihrer Kinder haben. Wie sagte schon der österreichische Hochschullehrer Adolf Haslinger: Wer an der Jugend spart, wird in Zukunft verarmen.
Von Vanessa Gathmann, 8a,
Albrecht Dürer Gymnasium

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