Theaterspielen schafft gutes Gefühl
18.10.2007 | 00:03 Uhr 2007-10-18T00:03:28+0200Hagen. Die Klasse 9 d der Rembergschule warf einen Blick hinter die Kulissen des Jugendtheaters "Lutz" und sprach mit dem Leiter Werner Hahn über seiner Rolle in der Hagener Jugendtheaterwelt und warum Theater wichtig ist für junge Menschen.Welche Rolle h
Ich musste erstmal überlegen, wie man so etwas überhaupt aufbaut. Ein bisschen bin ich der Finanzchef und auch Regisseur der Produktionen.
Wie haben Sie es geschafft, Geld für das "Lutz" zu bekommen?
Es gibt natürlich städtische Mittel. Der wichtigste Bestandteil sind neben den Einnahmen jedoch Sponsorengelder. Viele Institutionen, aber auch Einzelpersonen sind bereit, das Jugendtheater mit Geldmitteln zu unterstützen, zum Beispiel die Service-Clubs wie die Rotarier. Sponsoren sind auch Banken, wie die Sparkasse und die Märkische Bank. Sie alle wissen, dass wir uns um die Jugend kümmern müssen.
Was macht Ihnen bei der Arbeit am meisten Spaß?
Ein sehr schöner Moment ist z. B., wenn man junge Menschen auf dem Weg in eine Rolle begleiten kann, dass sie sagen können: "Auf der Bühne BIN ich diese Person!"
Warum ist Theater auch so wichtig für junge Menschen?
Menschen haben schon sehr früh gemerkt, dass man beim Theaterspielen Gefühle reflektieren kann. Danach geht es uns besser. Viele Eindrücke strömen in unserer schnellen und lauten Zeit auf uns ein und wir haben keine Zeit mehr, sie zu verarbeiten. Der Raum für das Nachdenken, die Auseinandersetzung "Was passiert denn hier mit mir?" wird immer kleiner. Die Dinge, die einen bewegen, sind es aber unbedingt wert, dass man über sie nachdenkt. Dafür ist Theater wichtig.
Hatte jemand aus Ihrer Familie schon etwas mit Theater zu tun?
Nein, ich komme aus einer bildungsfernen Schicht, wie man heute so sagt. Meine Eltern waren ganz, ganz einfache Menschen aus ganz armen Verhältnissen und für sie war Theater ganz weit weg.
Fühlen Sie sich, was Ihr Lebensziel angeht, noch immer auf dem Weg oder sind Sie schon angekommen?
Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich mich noch auf dem Weg befinde. Ich spüre, dass ich noch einen weiten Weg vor mir habe, bis ich ankomme. Ich hoffe, das wird erst dann sein, wenn ich sterbe.
Vielen Dank, dass Sie uns Ihre Zeit für dieses Interview geschenkt haben!
Es hat mich riesig gefreut.
Eda Kürük, Hacer Oktas, Amira Maalaoui, Dzennet Alachverdijeva, Klasse 9 d, Hauptschule Remberg.

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