"Krebskranke Kinder nicht überbehüten"
18.11.2008 | 18:19 Uhr 2008-11-18T18:19:29+0100Hagen. Zwei Schülerinnen der Luise-Rehling-Realschule besuchten den Deutschen Kinderschutzbund, Ortsverband Hagen, in der Potthoffstraße. ...
... Sie wollten mehr über krebskranke und lebensbedrohlich erkrankte Kinder erfahren und führten mit Geschäftsführerin Christa Burghardt ein Interview.
Zeus: Mit wie vielen krebskranken Kindern haben Sie zu tun?
Christa Burghardt: Wir haben mit 23 Kindern und Jugendlichen zu tun, die entweder krebskrank sind oder eine andere lebensbedrohliche Krankheit haben.
Frage: Woher erfahren Sie von den Kindern?
Burghardt: Meistens melden sich die Eltern bei uns oder die Ärzte und Krankenhäuser.
Frage: Was sind die häufigsten Krankheiten dieser Kinder?
Burghardt: Die häufigste Krebserkrankung ist Leukämie, also Blutkrebs.
Frage: Wie ist der Altersdurchschnitt bei Leukämiekranken?
Burghardt: Von Säuglingen, Kleinkindern, Schulkindern, Jugendlichen bis zu Erwachsenen können alle betroffen sein. Die Krankheit kann zu jedem Zeitpunkt ausbrechen.
Frage: Sterben viele Kinder?
Burghardt: Die Überlebenschance bei leukämiekranken Kindern ist etwa 80 Prozent. Das heißt vier von fünf Kindern überleben.
Frage: Wie behandelt man krebskranke Kinder im Alltag?
Burghardt:Sie sind schon besondere Kinder, weil sie ein sehr schweres Schicksal haben. Man sollte Rücksicht üben und Anteil an dieser Situation nehmen. Aber ganz wichtig ist darüber hinaus, dass man die Kinder und Jugendlichen ganz normal behandelt, und die Eltern sie so erziehen wie gesunde Kinder. Man sollte sie nicht überbehüten.
Frage: Welche Nebenwirkungen hat die Behandlung von Krebs bei Kindern?
Burghardt:Bei der Chemotherapie fallen die Haare aus, manchmal tauchen Konzentrationsstörungen auf oder es kann zu vorübergehenden oder dauerhaften Lähmungen kommen.
Frage: Benötigen Familien mit krebskranken Kindern Spenden?
Burghardt: Die Krebsbehandlung wird zwar von den Krankenkassen bezahlt, die Eltern werden aber trotzdem finanziell stark belastet, zum Beispiel mit Fahrten zu Kliniken, die ja nicht in Hagen sind. Sie müssen manchmal auch in den Kliniken wohnen und sich in der fremden Stadt versorgen. Viele Eltern sind finanziell überfordert. An sie leiten wir Spenden weiter, die wir erhalten.
Frage: Was tut der Kinderschutzbund sonst noch für die Betroffenen?
Burghardt: Wenn Kinder an Krebs erkrankt sind, können sich ihre Eltern an uns wenden. Wir machen Hausbesuche und geben pädagogischen Beistand. Damit die Kinder Kraft auftanken für ihren schweren Alltag, bemühen wir uns um schöne Freizeitgestaltungen wie eine Fahrt in einen Freizeitpark, Kino- oder Musicalbesuche, Ausflüge und so weiter. Die Geschwister teilen ja das Schicksal, deswegen sind sie uns auch ganz besonders wichtig. Sie werden wie ihre Eltern mit einbezogen.
Vivien Wisniewski Katharina-Maria Schütz Klasse 9b Luise-Rehling-Realschule

0mitdiskutieren