Karolin Groening war in...
Kängurus, Football und eine geile Zeit
04.11.2009 | 15:08 Uhr 2009-11-04T15:08:00+0100
Ein Jahr aus dem behüteten Zuhause ausbrechen und die Welt entdecken: im schulischen Austauschjahr lässt sich das umsetzen. Die Hagenerin Karolin Groening hat es gar an das andere Ende der Welt verschlagen — nach Australien. Im ZEUS-Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen.
Wie kam es zu deinem Australien-Aufenthalt?
Karolin Groening: Alles begann damit, dass wir für sechs Monate eine Austauschschülerin in unsere Familie aufgenommen haben. Die Zeit mit ihr hatte mir so sehr gefallen, dass ich mich entschloss, mich selbst für einen Austausch zu bewerben. Ich hatte Glück und wurde Vertreterin des Rotary Club Hagen. Dass mir mein Wunschland Australien tatsächlich zugeteilt wurde, war großes Glück.
Wie hast du den Abschied von zu Hause erlebt?
Plötzlich hieß es: Auf Wiedersehen Familie und Freunde. Zwar nicht für immer, doch Tränen strömten trotzdem.
Wie hast du deine Ankunft erlebt?
Nach dem viel zu langen Flug kam ich an. Nach der Zollkontrolle ging es los — natürlich erst einmal zu der falschen wartenden Familie, obwohl mein Empfangskomitee ein riesiges Willkommensschild mit der Aufschrift „Welcome Karolin”, dem Rotary Rad sowie der deutschen und der australischen Flagge hoch gehalten hatten. Aber ich war so nervös, dass ich es schlicht übersehen hatte.
Konntest du dich sofort in der neuen Umgebung zurecht finden?
Nach der 24-stündigen Reise mit sehr wenig Schlaf legte ich mich erstmal hin und wachte nach 15 Stunden Schlaf auf — und es war dunkel, da es in Australien früher dunkel wird als in Deutschland. So ein Austauschjahr ist jedoch mit weitaus mehr Neuem durchzogen.
Zum Beispiel?
Als erstes wäre da die Schule zu nennen: Meine Schule in Brisbane, die Kenmore State High School, war im künstlerischen Bereich sehr engagiert. Deshalb konnte ich auch das Fach Tanzen belegen. Insgesamt gibt es dort weniger Fächer als in Deutschland, aber dafür längere Schulzeiten. Zudem hat man eine 50-minütige Mittagspause und muss in der Schule zu Mittag essen.
Wie war dein Verhältnis zu deiner Gastfamilie?
Ich hatte insgesamt drei verschiedene Gasfamilien in Australien, was viele in Deutschland sehr erstaunte. In meiner ersten Gastfamilie war ich sehr glücklich. Eine andere Gastmutter war alleinerziehend. In diese Familie konnte ich mich leider nicht so einleben wie in die zuvor. Ich wurde lieb und nett behandelt, aber fühlte mich nie wirklich als ein Teil der Familie. Trotzdem hatte ich eine tolle Zeit. Meine große Gastschwester Kylie nahm mich zum Beispiel mal mit zu einem AFL-Spiel (Australien Football League).
Johannes Groening und Tim Heitjohann,
8d, Hildegardis-Schule

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