Hinter Gittern - Der Alltag in der Justizvollzugsanstalt
18.11.2007 | 11:45 Uhr 2007-11-18T11:45:03+0100Hagen. ZEUS-Reporter waren einen Tag in der geschlossenen Justizvollzugsanstalt Hagen und sprachen mit Helmut Reppel. Die Anstalt ist zuständig für die Vollstreckung der Untersuchungshaft und zentrale Einweisungsanstalt für NRW.
Dies bedeutet, dass alle Straftäter, die mehr als eine zweijährige Freiheitsstrafe absitzen müssen und eine deutsche Staatangehörigkeit haben, von hier aus zu anderen Gefängnissen zugewiesen werden.
Die JVA Hagen ist seit 1923 in Betrieb. Hier sitzen im Moment etwa 350 Gefangene auf 338 Zellen verteilt, hauptsächlich wegen Rauschgiftdelikten oder Diebstahl. Aber auch Mörder oder andere Schwerverbrecher sitzen hier ihre Strafe ab. 152 Bedienstete kümmern sich um die Sicherheit und Ordnung, die Versorgung und die Betreuung. 45 Inhaftierte werden von einem Justizvollzugsbeamten betreut - 108 Beamte sind dort tätig. Den Beamten ist es nicht gestattet, Schusswaffen innerhalb des Gefängnisses zu tragen. Lediglich beim Nachtdienst und Gefangenentransporten dürfen Pistolen getragen und wenn notwendig auch benutzt werden. Eine Einzelzelle ist etwa acht Meter groß, in dieser befinden sich ein Bett, ein Schrank und eine Toilette. In den Zellen gibt es nur kaltes Wasser, zweimal in der Woche darf warm geduscht werden. Die Gefangenen können ihre Räume nach ihrem Geschmack einrichten, auch Fernseher und Radios sind gestattet. Im Normalfall wird eine Zelle einmal in der Woche von einem Beamten kontrolliert, in bestimmten Fällen kann dies aber auch mehrfach passieren. In der Freizeit dürfen die Gefangen ihre Zellen verlassen, um zum Beispiel eine Stunde auf einem der drei Innenhöfe frische Luft zu tanken. Die meiste Freizeit verbringen sie bei sportlichen Aktivitäten. Sonntags gibt es einen Gottesdienst. Es gibt bestimmte Zeiten, an die man sich halten muss: Um 5.30 Uhr beginnt der Gefängnisalltag mit dem Wecken, um 6 Uhr gibt es Frühstück. Um 6.50 Uhr geht es zur Arbeit, zum Beispiel in der Bücherei oder in der Küche. Ein Gefangener arbeitet auch als Friseur. Das verdiente Geld können die Inhaftierten bei einem Kaufmann ausgeben, der zweimal im Monat Waren zum Verkauf anbietet.
Für die Gesundheit der Insassen sorgt ein Anstaltsarzt, der dreimal in der Woche für Sprechstunden zur Verfügung steht. Auch ein Zahnarzt steht den Inhaftierten einmal in der Woche zur Verfügung. Der letzte Ausbruch aus der JVA Hagen war 1997. Damals stieg ein Verurteilter auf das Dach der Anstalt und wollte über die Freilassung von sich und Zellengenossen verhandeln. Seitdem sind Schrägvordächer an der Fassade befestigt, so dass niemand das Dach betreten kann. Den Gefangenen stehen vier Stunden Besuchszeit von Angehörigen oder Freunden im Monat zu. In der Kammer lagern die privaten Sachen der Inhaftierten. Zu der Anstaltskleidung erhalten sie zusätzlich eine Grundausstattung, bestehend aus Besteck, Handtücher, einer Decke und Tellern.
Maik Richter, Fabian Kahlmeier, Klasse 9 b, Luise-Rehling-Realschule

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