Eine warme Mahlzeit für jeden
08.11.2010 | 13:20 Uhr 2010-11-08T13:20:00+0100
Hagen.Dramatische Entwicklung in Hagen : Mehr als 13 Prozent der Bevölkerung leben an der Armutsgrenze. Deshalb kommen täglich 150 bis 250 Gäste in die Suppenküche, um wenigstens eine warme Mahlzeit zu bekommen.
Dabei fing alles 1997 mit 20 Essen an. Trotz des sozialen Sturzes werden alle Gäste gleich behandelt. Das macht die Suppenküche beliebt.
Das weckte unser Interesse und deshalb besuchten wir, Jessica und Sabrina, die Suppenküche. Aber wir konnten nicht in das eigentliche Gebäude am Märkischen Ring 101 aufsuchen, sondern mussten zur Kirche am Widey. Denn das alte Gebäude wird vergrößert.
Am Donnerstag, den 14. Oktober, ist es endlich soweit. Denn diese Organisation findet immer montags, mittwochs , donnerstags und samstags statt. Für die restlichen Tage bekommen die Gäste sogenannte Lunchpakete, die aus Brötchen, Brezeln und Kaffee bestehen können.
55 Ehrenamtliche sind in der Suppenküche im Einsatz
Um halb neun Uhr betreten wir die Küche und sehen das Team schon fleißig Kartoffel schälen. 55 ehrenamtlichen Mitarbeiter sind dort im Einsatz, teilweise sogar schon seit 1997.
So auch Erna Dreschner ,die uns vieles über die Organisation erzählt: „Alkoholisierte Menschen müssen draußen bleiben.“ Auch erklärt sie uns das Prinzip der Suppenküche: „Jeder muss sich einen Teller nehmen und essen, sonst bekommt er keine Tüte. Wer den Löffel behält, bekommt soviel Nachschlag, bis er den Löffel wieder zurückgibt.“ An diesem Tag haben wir sogar neben dem Team noch Besuch von drei Praktikanten. Insgesamt sind immer helfende Hände willkommen. Aber natürlich sind wir auch zum arbeiten gekommen.
Als erstes packen wir Brötchen in die Tüten für die Lunchpakete und die Praktikanten schneiden Brot. Es herrscht jetzt schon ein vertrautes Verhältnis und wir lachen viel. Wir dürfen sogar Brot mitnehmen, wenn wir möchten. Hierbei berichtet uns Erna Dreschner auch, dass alle Lebensmittel überprüft werden. Die essbaren Lebensmittel bekommen die Gäste oder sie werden für ein nächstes Mittagessen verwertet. Auch das Tragen der Handschuhe ist Pflicht.
Nach getaner Arbeit frühstücken wir mit dem ganzen Team und es wird geplaudert, gelacht und gescherzt. Um 11:30 Uhr ist es endlich soweit : Die Gäste werden willkommen geheißen. Vorher erfahren wir von Frau Dreschner, dass einige Gäste mittellos sind und unter einer Brücke schlafen müssen. Das schockierte uns sehr. Nachdem unsere erste Scheu überwunden ist, trauen wir uns die Gäste anzusprechen und ihnen Kaffee, Tee und Wasser anzubieten.
Dabei erfahren wir, wie nett die Gäste sind. Alle sind höflich und bedanken sich. Denn in der Suppenküche gibt es dass ungeschriebene Gesetz, dass alle Gäste mit Respekt zu behandeln sind. So geht ein schöner und informierender Vormittag in der Suppenküche vorüber.
Sabrina Richardt, Jessica Mrozek, Klasse 8b, Albrecht-Dürer-Gymnasium, Hagen

0mitdiskutieren