Soziales

Eine Stütze für todkranke Kinder

02.10.2009 | 14:52 Uhr

Der ambulante Kinderhospizdienst in Unna begleitet und unterstützt Betroffene sowie ihre Familien in der schwersten Zeit ihres Lebens.

Unna. Todkrank im Kindesalter: Eine Leidenszeit nicht nur für die Betroffenen selbst, auch für deren Familien. Der ambulante Kinderhospizdienst in Unna begleitet und unterstützt in dieser schwersten Zeit des Lebens — auch über Jahre hinweg.

Die Zufriedenheit ist ihr ins Gesicht geschrieben, sie strahlt. „Ich freue mich jedes Mal dort hin zu gehen”, sagt Martina Düchting (48) und meint ein erkranktes Mädchen, das sie einmal wöchentlich besucht. „Es erfüllt mich, der Familie eine Stütze zu sein”, ergänzt Düchting. Sie ist ehrenamtliche Mitarbeiterin im Unnaer ambulanten Kinderhospizdienst. Früher war die Mutter dreier Kinder Grundschullehrerin. „Ich habe lange über das Thema Hospizarbeit nachgedacht, bevor ich mich entschloss, ein Seminar zu besuchen. Nach der Schulung war mir klar: Ich unterstütze den ambulanten Kinderhospizdienst.”

Die deutsche Kinderhospizarbeit wurde 1990 von Familien gegründet. Die Idee stammt aus England. 2004 wurde der ambulante Kinderhospizdienst in Unna und Hamm eröffnet und bietet eine kostenlose Begleitung der Familien im Umkreis von 50 km an.

Rund um die Uhr

Betreuung und Pflege

Bei den erkrankten Kindern handelt es sich um unheilbare, Leben verkürzende Erkrankungen, wie etwa Stoffwechselerkrankungen, Nervenerkrankungen, Sauerstoffmangel bei der Geburt, bei denen nicht unmittelbar der Tod zu befürchten ist. Das Kind hat, im Gegensatz zu einem gesunden Kind, eine verkürzte Lebenserwartung und ist auf ständige Unterstützung und Pflege angewiesen.

Für die Mitarbeiter ist das nicht ohne Strapazen verbunden, wie Heike Ringkamp, eine der Leiterinnen, zu berichten weiß: „24 Stunden Betreuung und Pflege ist eine Dauerbelastung für Körper und Seele.” Zur Unterstützung der Familien stellt sich der ambulante Kinderhospizdienst in verschiedenen Bereichen zur Verfügung: Neben der Betreuung des erkrankten Kindes steht die Entlastung der Eltern im Vordergrund. Darüber hinaus steht der Hospizdienst für Gespräche zur Verfügung, die man mit anderen Menschen in der Familie nicht bewältigen kann und begleiten die Familien von der Diagnose bis über den Tod hinaus, auch in der Zeit der Trauer.

Leider gibt es noch zu wenige ehrenamtliche Helfer, weshalb der ambulante Kinderhospizdienst immer wieder um Unterstützung bittet. Diese finanziert sich überwiegend durch Spenden, deshalb sind diese so wichtig, um die weitere Arbeit zu gewährleisten und weiterzuverbreiten. Sterben und Tod muss als Tabuthema abgeschafft werden. Helfen auch Sie und sammeln Sie bei Aktivitäten Spenden für einen guten Zweck, zu Gunsten der betroffenen Kinder und Familien.

Jana Wilkes,

8a, Gesamtschule Haspe

ZEUS-Reporter

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