Tierwelt
Eine Kuh wird zum gefragten Model
10.11.2009 | 17:19 Uhr 2009-11-10T17:19:00+0100Sie ist groß, gut gebaut und hat einen eleganten Gang. Liselotte hat alles, was eine Kuh braucht, um Model zu werden. So nahm die Kuh von Landwirt Wolfgang Abel an der 13. Schau der Zucht- und Besamungsgenossenschaft für Rinder teil.
Kuh Liselotte ist zweieinhalb Jahre alt. Sie ist eine rotbunte Holstein-Kuh. Im Sommer bekam sie ihr erstes Kalb und wurde zur Milchkuh auf dem Hof von Landwirt Wolfgang Abel in Breckerfeld. Da sie eine besonders schöne Kuh war, die durch ihren Körperbau, ihr Euter und andere züchterische Merkmale aus der Herde der Kühe hervorstach, meldete Abel seine Liselotte zur 13. RUW-Schau (die RUW ist eine Zucht- und Besamungsgenossenschaft für Rinder) an.
350 Kühe ließen sich begutachten
Wolfgang Abel machte sich zunächst keine großen Hoffnungen, dass Liselotte überhaupt zur Schau zugelassen werden würde. Drei Wochen vor dem Schau-Termin bekam der Landwirt Besuch von einer Auswahl-Kommission, die sich alle angemeldeten Tiere ansahen. 350 Kühe ließen sich begutachten, nur 150 Tiere wurden zugelassen.
Eine Woche später bekam Landwirt Abel die erfreuliche Nachricht, dass Liselotte an der Schau teilnehmen durfte. Das bedeutete für Familie Abel, dass sie Liselotte beibringen mussten, am Halfter zu laufen. Dies war nicht so leicht, denn eine Kuh, die noch nie angebunden war, läuft nicht freiwillig am Strick.
Training mit Geduld, Kraft und Zuneigung
Anfangs versuchte sie erst einmal ihre Kraft und ihr Gewicht einzusetzen, um dem Bauer zu zeigen, dass sie stärker ist und keine Lust hat, sich führen zu lassen. Mit viel Geduld und Zuneigung, aber auch mit Kraft und starkem Willen musste ihr beigebracht werden, wer das Sagen hat. Nach ein paar Tagen hatte Liselotte verstanden.
Sie realisierte, dass es nicht schlimm ist, am Strick geführt zu werden, und so ging Wolfgang Abel zwei Mal am Tag mit ihr spazieren. Liselotte trottete gemütlich hinter ihm her. Aber zu einem Topmodel gehört nicht nur ordentliches Laufen, sondern auch ein perfektes Styling.
Kuhfriseur verpasst neues Styling
Zwei Tage vor der Schau musste sie gewaschen werden, danach bekam sie Besuch von einem Kuhfriseur und wurde von ihm komplett geschoren, nur die Haare auf der Wirbelsäule blieben stehen. Aus diesem stehengebliebenen Fell frisierte er die sogenannte Topline, dabei wurden die gesamten Haare nach oben gebürstet, und so geschnitten, dass der Rücken komplett gerade aussieht. Nun war Liselotte bereit für ihren großen Auftritt.
Auf der Schau belegte Liselotte einen der mittleren Plätze in ihrer Altersgruppe. „Ich bin stolz darauf, dass wir an der RUW-Schau teilnehmen durften, und dass Liselotte sich sehr gut benommen hat und uns damit gezeigt hat, dass sich das viele Üben gelohnt hat", war Wolfgang Abel dennoch hoch zufrieden.
Katrin Abel, Melanie Altena, 8b, St. Jacobus Schule

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