Die Wahrheit ist das beste Bild
12.11.2007 | 17:08 Uhr 2007-11-12T17:08:19+0100Wie sagte dereinst ein kluger Vertreter unserer schreibenden Kunst: "Die Wahrheit ist das beste Bild." Aber dem ist nicht immer so. Ein anderer, vielleicht nicht ganz so seriöser Bildbelichter konterte: "Ein Bild lügt mehr als tausend Worte."
Wobei wir beim Thema wären. Wie dereinst Stalin, der seine Mitarbeiter mit Schere und jeder Menge Klebstoff in den Bilderkrieg schickte, so wird auch heute noch per Computer an vielen Bilder herummanipuliert. Im Sowjetreich wurden auf ein- und demselben Gruppenbild mit Stalin in kurzen Zeitabständen die Umstehenden getilgt oder durch andere Köpfe ausgetauscht. Was im wirklichen Leben mit den so für die Geschichtsbücher ausradierten geschah, lässt sich nur erahnen.
Die Manipulation beginnt schon mit der Fotoaufnahme an sich. Auch wenn man ein Objektiv auf der Kamera hat, der Eindruck, den ein Fotograf einfängt, ist immer subjektiv geprägt. Durch Weitwinkel- oder Telelinse werden Entfernungen gedehnt oder gerafft und Perspektiven dargestellt, die so gar nicht existieren können. Aber nur mit der Sichtweise des menschlichen Auges, also dem 50-mm-Objektiv, zu arbeiten, wäre langweilig und würde bei Bildern von Sportveranstaltungen jede Menge Raum für viele Notizen lassen.
Die Bildmanipulationsmöglichkeiten sind durch den Einsatz der Computer und der digitalen Bildverarbeitung vielfältiger geworden. In der journalistischen Fotografie jedoch gilt, jede den Inhalt der Fotoaufnahme verändernde Bearbeitung sollte vermieden oder aber zumindest als solche anschließend in der Zeitung gekennzeichnet werden.

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