Den besten Apfelsaft zur Belohnung
05.10.2009 | 16:09 Uhr 2009-10-05T16:09:00+0200Ein ZEUS-Reporter verbrachte einen Tag am Haus Busch in Helfe, der Biologischen Station Hagen. Am Ende war er müde, durchnässt aber glücklich. Eine Reportage.
Hagen. Müde, durchnässt aber glücklich — mit diesen Gefühlen beendete Lukas Mayer seinen ZEUS-Einsatz bei der Biostation Hagen. Diese befindet sich seit fast einem Jahr in Helfe. „Sie werden heute einen kleinen Einblick in unsere Aufgabenfelder erhalten, kommen Sie herein”, begrüßt Geschäftsführer Ralf Blauscheck gut gelaunt seinen Besucher. „Ich würde sagen, als erstes fahren Sie mit zur Streuobst-Ernte.” Gesagt, getan. Nachdem sich alle Mitarbeiter und ich mit Gummistiefeln, jede Menge Körben und einem so genannten „Rüttelstab” bewaffnet haben, geht es los. Ich begleite die Praktikantinnen Corinna Hoff und Ann-Kathrine Aubry so wie Anne Bergfeld, die in der Biostation ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absoviert, zu den Streuobstwiesen des Naturschutzgebietes Lenneaue-Berchum.
Auf der kleineren von zwei Streuobstwiesen angekommen, sehe ich eine Vielzahl mit Früchten bedeckter Apfelbäume, hier und da mal ein Pflaumenbaum. Rechts entlang der Wiese schlängelt sich eine Reihe von Bienenkästen. „Die Streuobstwiese ist ein sehr wichtiger Lebensraum für unzählige Arten von Singvögeln und Insekten. Die Insekten ernähren sich von den herunter gefallenen Früchten, ein Großteil der Vögel wiederum von den Insekten. Dazu kommt dass die Apfelbäume hervorragende Nistplätze bieten. Daher ist es sehr wichtig dass diese Lebensräume geschützt werden”, erklärt mir Corinna Hoff. Dann geht die Arbeit los. Zuerst sammeln wir die noch nicht von Insekten zerfressenen, schönen Äpfel vom Boden ein. Danach kommt der Rüttelstab zum Einsatz, ein langer ausfahrbarer Besenstiel mit einem Haken am Ende. Es wird leicht an jedem Ast gerüttelt, so dass die reifen Früchte herunterfallen. Drei Stunden später haben wir vier Riesenkörbe Äpfel und einen halben Eimer Pflaumen gesammelt. Meine Schuhe, Socken und Hosen sind bis zu den Knien komplett durchnässt. Jetzt ab in den Bulli und zurück zur Station.
Der Wagen steht vorwärts in einer schmalen Einfahrt mit Gefälle zum Naturschutzgebiet. Nach erfolglosen Versuchen den Rückwärtsgang einzulegen, greifen wir schon auf das letzte Mittel zurück: Leerlauf rein und schieben. Keine Chance. Also ein letzter Versuch: Ich ziehe so fest am Schaltknüppel dass ich jede Sekunde mit einem knallenden Abbrechen rechne, doch plötzlich geht der Rückwärtsgang doch noch rein. Es geht zurück zum Haus Busch. Dort haben Anne Bergfeld und Ann-Kathrine Aubry derweil aus einigen der gesammelten Äpfel frischen Apfelsaft zubereitet. Ich stelle fest: Das ist der definitiv beste Apfelsaft, den ich je getrunken habe. Er ist trüb, süß und schmeckt so wie es eigentlich sein sollte: Als ob man in einen frischen Apfel beißt.
Lukas Mayer, HHA, Kaufmannsschule II

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