Büro statt Streifenwagen
07.10.2009 | 17:39 Uhr 2009-10-07T17:39:00+0200
Ursula Steinhauer ist seit 2000 Polizeipräsidentin in Hagen. Im Interview fragten ZEUS-Reporter die Polizeipräsidentin, wie man an die Spitze der Behörde kommt — und ob auch eine Chefin noch selbst auf Streife im Einsatz ist.
Wie sind Sie Polizeipräsidentin geworden?
Ursula Steinhauer: Ich bin keine Polizistin, sondern habe Jura studiert. Nach meinem Abschluss habe ich für die Bezirksregierung gearbeitet. Dort habe ich mich lange mit dem Bereich Umweltschutz beschäftigt. Dann bin ich ins Innenministerium gewechselt. Dort wurde ich dann später vom Landesinnenminister zur Polizeipräsidentin vorgeschlagen.
Warum üben Sie diesen Beruf in Hagen aus?
Diese Stelle wurde frei, denn mein Vorgänger ist nach Köln gegangen und der Minister bat mich, diese Stelle anzunehmen. Ich stimmte zu.
Haben Sie es als Frau in dieser Position schwer?
Es ist sehr schwer zu vergleichen, aber ich weiß, dass die Aufgaben für mich in den ersten Jahren schwierig waren. Ich kann aber nicht sagen, ob es war, weil ich eine Frau bin oder weil damals schwierige Probleme anstanden. Ich habe ja keinen Vergleich. Ich denke aber, dass es für meine Mitarbeiter ungewohnt war.
Was macht diesen Beruf für Sie so interessant?
Ich finde meinen Beruf sehr abwechslungsreich, denn kein Tag ist wie der andere. Meistens sind die Tage, wo mein Terminkalender leer ist, die stressigsten. Ich sitze zwar fast jeden Tag im Büro, doch meist nicht an meinem Schreibtisch, sondern in Besprechungen. Meine Hauptbeschäftigung ist es, Gespräche zu führen.
Was war Ihr bisher ungewöhnlichstes / unerwartetes Erlebnis bei der Polizei?
Es gab zwar viele schwierige Sachen, aber das unerwarteste war, als ich während der Weihnachtszeit von einer Hagener Zeitung gefragt, bzw. gebeten wurde, ob ich nicht einen Weihnachtsmann malen könnte. Das war sehr unerwartet und kurios.
Sind Sie bei Aufklärungen von Straftaten „live” dabei, oder werden Sie nur informiert?
Bei der Aufklärung von Strafraten bin ich in der Regel nicht dabei, aber ich werde telefonisch immer informiert. Es kommt aber auch vor, zwar selten, dass ich mal mit der Streifenwagenbesatzung mitfahre.
Das Interview führten
Sophie Hahn und Janine Lollert,
8c, Hildegardis-Schule

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