Künstlerpech der...

Artikel fertig, Spieler weg

11.11.2009 | 12:52 Uhr

Der Weg zum Zeitungs-Artikel ist ein langer und manchmal steiniger. Diese Erfahrung machten zwei Zeus-Reporter, die mit dem vermeintlich neuen Center von Phoenix Hagen, Sean Finn, sprachen. Das Problem: Als der Artikel fertig war, war der Spieler schon wieder über alle Berge.

Es brauchte über eine Woche und viele Telefonate, bis die Zeus-Reporter das Interview führen konnten. Mit Diktiergerät ausgestattet, suchten sie die Phoenixhalle auf, um beim Training zuzuschauen.

„Hello, can we make an interview?” — So begann das Gespräch mit Sean Finn (27), dem neuen US-Center aus Kansas. Er sagte, dass die Bundesliga eine gute Alternative zur Nordamerikanischen Profiliga (NBA) sei. Deswegen sei er nach Deutschland gekommen. Und: „Ich bin nach Hagen gekommen, weil ich denke, dass Phoenix eine sehr gute Mannschaft ist und gute Aussichten für die Saison hat”, erklärte Finn. Der 2,12 Meter große Center ergänzte, dass er von Hagen noch nicht so viel gesehen habe. Aber das, was er gesehen habe, sei sehr schön. „Der größte Unterschied zwischen Kansas und Hagen ist: Die Leute hier sprechen kein Englisch”, so Finn lächelnd. „Im Ernst: Fast alle Dinge sind unterschiedlich.”

Die Zeus-Reporter machten sich kurz nach dem Gespräch an den Artikel. Doch dann das: Wenige Tage später, am 9. Oktober, lesen die Zeus-Reporter in der Westfälischen Rundschau, dass Sean Finn aus unbekannten Gründen nicht mehr bei Phoenix spielt. Selbst Geschäftsführer Oliver Herkelmann wisse nicht, warum Sean Finn das Team plötzlich verlassen hat. Angeblich gäbe es Probleme mit der Wohnung. Fakt ist: Finn war wie vom Erdboden verschluckt. Der Artikel drohte, unbedeutend zu werden.

„Das ist Künstlerpech. So geht es auch echten Redakteuren”, berichtete uns Tim Rahmann vom Zeus-Team. Es sei leider Alltag, dass man Artikel manchmal plötzlich komplett um- oder neu schreiben müsse. Wenn zum Beispiel ein Überfall passiert und die Täter zuerst nicht gefasst, aber dann kurz vor Redaktionsschluss doch noch festgenommen werden, muss der Journalist den ganzen Artikel noch einmal umformulieren, so Rahmann.

Übrigens: Sean Finn spielt inzwischen in der ukrainischen Superleague bei Politekhnika-Halychyna LVIV. Die ersten fünf Saisonspiele hat die Mannschaft allesamt verloren.

Jonas Gerbersmann, Oliver Schürmann, 8a, Hildegardis-Gymnasium, Hagen 

Zeus-Reporter

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