Zeus bei Unicef

Verwaist und verkauft

27.05.2010 | 10:40 Uhr
Verwaist und verkauft

Gelsenkirchen.Viele Kinder aus armen Ländern werden von ihren eigenen Eltern wie Produkte im Supermarkt verkauft. Eltern handeln meist aus Verzweiflung. Sie leben in äußerster Armut und sehen keinen anderen Ausweg als ihre eigenen Kinder zu verkaufen. Was diese 1,2 Millionen Kinder danach erwartet, wissen die Eltern in den meisten Fällen jedoch nicht.

1,8 Millionen Mädchen werden gegen ihren Willen zur Prostitution gezwungen und als Eigentum angesehen. Millionen Dienstmädchen arbeiten in fremden Haushalten und haben in diesen Familien keinerlei Rechte. Dies passiert nicht nur Mädchen, auch Jungen sind von ausbeuterischer Kinderarbeit und Kinderhandel betroffen. Sie werden vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt.

Kinder werden aber auch wegen eines ganz anderen Grundes verkauft. Da eine Adoption in den meisten Ländern viel Zeit in Anspruch nimmt und zu teuer ist, fahren Familien ins Ausland, um dort illegal ein Kind zu erwerben. Umgekehrt gibt es aber auch verzweifelte Familien, die ihre Kinder abgeben, damit es im Ausland in einer wohlhabenderen Familie leben kann. Diese Familien denken, dass ihre Kinder dort besser aufgehoben sind.

Kinder aus Asien, Osteuropa, Westafrika und Haiti sind laut Kinderhilfswerk Unicef am häufigsten betroffen. In vielen Ländern nehmen Polizisten ihre Arbeit nicht ernst und lassen sich leicht bestechen. Es gibt in diesen Ländern viel zu wenig Kontrolle. Denn Straftaten werden häufig „übersehen“.

Obwohl Kinderhandel weltweit verboten ist, werden jährlich etwa 1,2 Millionen Kinder Opfer von Menschenhändlern. So wurde Ana aus Moldawien zum Beispiel für 1500 Euro an einen Barbesitzer verkauft. Unicef berichtet, dass das Mädchen dreimal weiter verkauft wurde. Ein Fluchtversuch endete mit einer gebrochenen Nase. Erst nachdem ihre Mutter einen Brief von ihr erhalten hatte, kam Rettung. Polizisten fanden Ana und brachten sie in ein Heim in der Hauptstadt Chisinau. Aber sie traut sich nicht in ihr Dorf, weil sie sich schämt und nicht weiß, wie das Leben dort weitergehen soll.

Unicef baut die Betreuung für die Opfer des Menschenhandels aus. Im bisher einzigen Zentrum für die aus dem Ausland zurückkehrenden Frauen in Chisinau wird eine Abteilung für hier eintreffende Minderjährige unterstützt.

Für rund 200 Euro kann ein Mädchen, das im Ausland zur Prostitution gezwungen wurde, einen Monat lang in einem Heim in Moldawien betreut werden.

Amela Ibra, Klasse 9f, Evangelische Gesamtschule

Zeus-Reporterin

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