Drogen
Peinlich betrunken
26.05.2010 | 10:44 Uhr 2010-05-26T10:44:00+0200
Gelsenkirchen.Neulich am Hauptbahnhof standen einige Meter entfernt von uns Teenager zwischen 14 und 16 Jahren. Zunächst beachteten wir sie nicht, dann nahmen wir den Geruch von hochprozentigem Alkohol wahr.
Als wir uns dann nach links drehten, sahen wir auch schon wie zwei angetrunkene Mädchen mit jeweils einer Wodkaflasche dazukamen. Sie benahmen sich sehr auffällig, indem sie sich einer sehr uneleganten Wortwahl bedienten und schrien.
Trotzdem sagte niemand etwas. Ganz locker setzten sie sich mit den anderen an die Bushaltestelle, ein bisschen wackelig. Nun fingen sie an, in aller Öffentlichkeit die Flasche zu öffnen. Als wir dann anschließend in den Bus stiegen, sahen wir, wie ein Streit ausbrach, währenddessen sich der Rest der Mädchen die Flasche teilte. Ein Ausnahmefall? Leider nicht mehr.
Ein Polizist, der oft völlig betrunkene Jugendliche aus Parkanlagen abholen und nach Hause bringen muss, sagt: „Leider steigt die Anzahl der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol konsumieren. Meistens sind es eher Jungen, doch auch Mädchen sind fleißig dabei. Ursachen dafür sind meistens äußerliche, familiäre wie auch seelische Faktoren: Viele Jugendliche passen sich ihrem Umkreis an“, so der Polizeibeamte.
„Sobald der Freundeskreis also zur Flasche greift, fühlen sie sich verpflichtet mitzumachen, da sie sonst als „uncool“ gelten.“ Und: „Andere dagegen treffen diese unverantwortliche Entscheidung um alles um sich herum zu vergessen. Scheidungen der Eltern oder das Fehlen einer wichtigen Person führen ebenfalls zum Alkoholkonsum. Es gibt jedoch auch Fälle, die es aus Coolness tun.“
Doch wie schwer ist es als Jugendlicher an Alkohol zu kommen? Ein Test zeigt, wie leicht dies geht: Zwei Minderjährige versuchen bei Discountern und an Kiosken an Alkohol zu kommen. In 41 von 97 Fällen kamen die zwei durch. Viel zu viel! Dabei kommt oft die Ausrede: „Ich dachte, Sie wären schon 18.“ Unserer Meinung nach wird nur auf den Umsatz geachtet. Trotz allem ist es wiederum leicht, an Alkohol zu kommen, zum Beispiel durch volljährige Freunde. An die Folgen des Alkoholkonsums in Jugendzeiten denken allerdings nur sehr wenige.
Nur auf Umsatz geachtet
Laut UNICEF sind Jugendliche stärker gefährdet, körperliche, emotionale und soziale Schäden aufgrund ihres eigenen Alkoholkonsums zu erleiden. Zwischen riskantem Trinkverhalten und Gewalt, riskanten Verkehrs- und anderen Unfällen, riskantem Sexualverhalten, dauerhaften Behinderungen sowie Todesfällen besteht ein enger Zusammenhang. Die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Kosten von alkoholbedingten Problemen unter Jugendlichen belasten die Gesellschaft erheblich.
Tiffany Wybierek, Rezarta Krasniqi, Klasse 8c, Grillo-Gymnasium

09:02
1. Zur Klarstellung: es gibt ein Alkoholproblem bei Jugendlichen!
2. Ebenso klar wird inzwischen, dass der Jugendschutz von bestimmten Institutionen AUCH als Einstieg für verschärfte Alkoholgesetze für die Allgemeinheit gesehen wird. Zu diesen Institutionen gehört auch die WHO mit ihrer puritanischen Alkoholpolitik, die auch Auswirkungen auf unserer aller Leben haben wird (darüber sollten sich alle Bürger im klaren sein).
Die WHO fordert, die Steuern so zu gestalten, dass die Preise eine abschreckende Wirkung haben. Die Verfügbarkeit von Alkohol soll eingeschränkt werden. Als geeignete Maßnahmen werden restriktive Verkaufzeiten gefordert, Beschränkung der Verkaufsstellen: Abgabe nur über staatliche Monopole oder staatlich kontrollierte Läden.
Freiwillige Werbe-Selbstbeschränkungen (als erster Schritt) bis hin zu kompletten Werbe-Verboten durch die Regierungen. Die Einmischung geht so weit, dass kürzere Öffnungszeiten für Bars und Clubs gefordert werden. Ach ja, Warnhinweise auf Flaschen sind ja auch schon im Gespräch gewesen.
Wie man unschwer erkennen kann, geht es nur in einem ersten Schritt um das sicherlich vorhandene Jugendalkoholproblem.
Langfristig geht es aber um weitreichende Einschränkungen für alle Bürger!