SchülerVZ: „Mobbing geht gar nicht“
26.05.2010 | 12:04 Uhr 2010-05-26T12:04:00+0200
Essen. SchülerVZ ist wohl die beliebteste und bekannteste Internetseite für Schüler. Nach relativ langer Wartezeit haben wir die Möglichkeit gehabt, dem Berliner SchülerVZ-Manager Christoph Schmid Fragen zu stellen.
Wie sind Sie in das SchülerVZ-Team hinein gekommen, und warum arbeiten Sie dort?
Schmid: Zu dem Zeitpunkt, als SchülerVZ Anfang 2007 gegründet wurde, habe ich mit dem damaligen Projektleiter des ersten SchülerVZ-Teams zusammen studiert. Soziale Netzwerke waren damals noch etwas relativ Neues und obwohl ich zu Anfang dem Aufbau einer solchen Plattform sehr skeptisch gegenüber stand, hat mich das Prinzip eines solchen Netzwerkes sehr fasziniert. So sind wir mehr und mehr ins Gespäch gekommen, bis ich mich dann Ende 2007 offiziell beworben habe und auch eingestellt worden bin. Ich arbeite bei SchülerVZ auch heute noch, da wir mit vielen Aktionen Neuland betreten und es spannend ist, wie sich dieser Bereich entwickelt und welche Auswirkungen unsere Arbeit zusammen mit den Nutzern auf die Alltagsgestaltung vieler verschiedener Menschen haben kann.
Verstehen Sie sich mit ihrem Team?
Schmid: Ich würde spontan behaupten, ich habe das beste Team der Welt. Gute Teamarbeit ist das Wichtigste, insbesondere in Stresssituationen. Natürlich gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten, aber die sind sehr wichtig, denn nur so gelingt es, auch andere Sichtweisen mit in die Arbeit einfließen zu lassen und sich selbst, aber vor allem auch die Plattform weiter zu entwickeln.
Können Sie diesen Beruf weiterempfehlen und wenn ja, warum?
Schmid: Meinen Beruf gibt es in der Form ja noch gar nicht so lange. Im weitesten Sinne ist das zwar Marketing, aber wir bewegen uns noch so oft auf unbekanntem Terrain, da wir gleichzeitig auch Forscher, Entdecker und (wenn mal wieder eine Grundsatzdiskussion aufkommt) Philosophen sind. Insofern kann ich den Beruf sehr empfehlen, da sich in diesem noch recht jungen Geschäftsfeld in den nächsten Jahren extrem Vieles und Spannendes entwickeln wird und es mit Sicherheit aufregend und abwechslungsreich sein wird, dabei zu sein.
Welche neuen Projekte werden die Schüle in den nächsten Monaten erwarten ?
Schmid: Die momentan rund 5,8 Millionen Mitglieder von SchülerVZ dürfen sich in den nächsten Monaten auf viele Neuerungen freuen. Von einer Überarbeitung und Ergänzung der Funktionen bis hin zu Aktionen mit coolen Kooperationspartnern ist einiges geplant...
Wie finden Sie es, dass immer mehr Schüler SchuelerVZ missbrauchen, um ihre Mitschüler zu mobben ?
Schmid: Mobbing geht gar nicht – weder auf dem Schulhof noch bei SchülerVZ. Das sagen wir auch in unserem Verhaltenskodex, den jedes Mitglied von SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ bei seiner Registrierung verpflichtend anerkennt. Gleich an erster Stelle des Verhaltenskodex‘ fordern wir die VZ-Mitglieder auf, höflich und freundlich zu sein und die Gefühle der anderen Mitglieder nicht zu verletzen. Wir möchten, dass die Mitglieder von SchülerVZ, aber natürlich auch die von StudiVZ und MeinVZ eine Gemeinschaft bilden.
Was unternehmen Sie gegen Mobbing? Wie kann man Mobbing in der Zukunft vermeiden ?
Schmid: Alle unsere Nutzer können uns sehr einfach über einen Melde-Button auf Benutzerprofile und sonstige Inhalte aufmerksam machen, die gegen unseren Verhaltenskodex verstoßen und insofern unerwünscht sind. Wir prüfen die Sachlage in jedem einzelnen Fall, wobei wir auch den Kontext des gemeldeten Inhalts betrachten und wenn nötig weitere Nachforschungen anstellen. Handelt es sich tatsächlich um einen Verstoß gegen unsere Regeln oder gar gegen das Gesetz, so ergreifen wir angemessene Maßnahmen. Diese reichen von einer Verwarnung des verantwortlichen Nutzers, einer Löschung der gemeldeten Inhalte und einer Sperrung oder Löschung des Nutzerprofils bis hin zur Kontaktaufnahme mit Behörden und zur Strafanzeige. Wichtig sind uns vor allem Maßnahmen im Bereich Nutzeraufklärung und Medienpädagogik, mit denen wir Verstößen auf den Plattformen wirksam vorbeugen. Aus diesem Grund beschäftigen wir bei den VZ-Netzwerken seit langem ein Team aus Pädagogen und geschulten Mitarbeitern, die sich der Medienkompetenzvermittlung und der individuellen Hilfestellung widmen. Wir kooperieren zudem mit gemeinnützigen Einrichtungen und Initiativen zur Unterstützung in bedrohlichen Lebenssituationen und zur politischen Aufklärung. Für Eltern und Lehrer bieten wir Telefonsprechstunden an, in denen wir weiterhelfen. Und wir vermitteln im Rahmen der bundesweiten Tour „SchülerVZ macht Schule“ in Workshops an Schulen spielerisch den kritischen Umgang mit dem Medium Internet und mit sozialen Netzwerken.
Welche Voraussetzungen im schulischen Bereich müsste man erfüllen um bei ihnen zu arbeiten ?
Schmid: Welchen Notendurchschnitt man auf dem Zeugnis und welche Einzelnoten speziell in einzelnen Schulfächern braucht, um bei den VZ-Netzwerken zu arbeiten, hängt sehr stark davon ab, in welchem Bereich man tätig sein möchte. Bei uns arbeiten beispielsweise Informatiker, Betriebswirte, Juristen und Pädagogen, die für ihre Arbeit ganz verschiedene Fähigkeiten benötigen. Wichtig ist, dass man bereit ist, sich zu engagieren. Im Idealfall hat man in der Vergangenheit schon einmal ehernamtlich gearbeitet, mit Freunden ein Projekt auf die Beine gestellt oder eine Reise für die Schulklasse oder den Verein organisiert.
Kann man bei ihnen ein Praktikum machen ?
Schmid: Ja, auf jeden Fall. Wir suchen laufend Praktikanten für beinahe alle Abteilungen und freuen uns immer über Bewerbungen. Die meisten Praktika sind dabei für Studenten gedacht, da ein Praktikum bei uns mehrere Monate dauert. Aber auch Schüler können gelegentlich in den Ferien oder während der Schulzeit bei uns reinschnuppern. Wichtig ist uns ein gutes Motivationsschreiben neben den üblichen Unterlagen wie Lebenslauf und Schulzeugnisse. Die aktuellen Praktikumsangebote findet Ihr immer auf unserer Jobseite www.studivz.net/jobs.
Warum wurde die Seite gegründet?
Schmid: SchülerVZ wurde im Februar 2007 als kleine Schwester von studiVZ gegründet, das zu dem Zeitpunkt bereits seit mehr als zwei Jahren von Studenten, ehemaligen Studenten und Hochschulmitarbeitern sehr intensiv genutzt wurde. Ähnlich wie zuvor den Studenten mit StudiVZ wollten wir auch Schülern die Möglichkeit geben, über SchülerVZ mit ihren Mitschülern sowie Freunden, Verwandten und Bekannten zu kommunizieren. Dass diese Idee gut war, zeigt die unverändert positive Entwicklung der Mitgliederzahlen.
Was tun Sie gegen Datenbetrüger bzw. Datenmissbrauch?
Schmid: Wir sind ständig bemüht, die Interessen der Nutzer bei der Weiterentwicklung unserer Angebote zu berücksichtigen. Vor allem die Bereiche des Datenschutzes und der Nutzerfreundlichkeit stehen dabei seit Jahren im Mittelpunkt unseres unternehmerischen Handelns. In letzter Zeit haben wir zahlreiche neue Funktionen eingeführt und Veränderungen vorgenommen, um den Mitgliedern von schülerVZ, studiVZ und meinVZ ein Höchstmaß an Datenschutz und Datensicherheit zu gewährleisten. Hervorzuheben sind unter anderem diese Punkte:
1.Die VZ-Netzwerke geben ihren Mitgliedern Hilfe beim Schutz ihrer Privatsphäre. Jedes Mitglied hat die Möglichkeit, in den Privatsphäreeinstellungen frei zu wählen, welche Daten für jedes Mitglied von schülerVZ, studiVZ beziehungsweise meinVZ offen zugänglich sein sollen. Bei Neumitgliedern sind automatisch erst einmal alle Daten nicht öffentlich.
2.Die VZ-Netzwerke bieten ihren Mitgliedern zusätzliche Transparenz: Direkt nach dem Login erscheint am linken Bildschirmrand die Anzeige, wann das einzelne Mitglied zuletzt im VZ-Netzwerk eingeloggt war. Weitergehende Infos zur letzten Sitzung (z.B. die verwendete IP-Adresse) finden sich unter „Mein Account“. Sollte ein Mitglied also den Verdacht haben, dass jemand sich unter seinem Namen eingeloggt hat, kann es das hier nachprüfen und uns gegebenenfalls
Jonas Kotala, Kilian Langer, Klasse 8a, Realschule am Stoppenberg

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