Ausland

Ein Jahr am anderen Ende der Welt

24.05.2012 | 15:08 Uhr
Ein Jahr am anderen Ende der Welt

Essen/Australien.   Zeus-Reporter Florian Keldenich sprach mit seiner Schwester über ihre Zeit in Australien.

Für jeden stellt sich nach der Schule die Frage: „Was nun?“. Eine Möglichkeit ist die Ausbildung; eine andere das Studium. Aber was, wenn man noch unentschlossen ist und dringend einen Tapetenwechsel braucht?

Meine Schwester berichtet von ihrer Reise quer durch Australien.

F: Was hat dich dazu bewogen, ausgerechnet nach Australien zu reisen?

A: Australien schien perfekt, weil mich das Abenteuer auf der anderen Seite der Welt zu sein, reizte und Australien so facettenreich ist, dass es sich lohnt dort herum zu reisen. Natürlich war für mich auch ein Grund, dass dort Englisch gesprochen wird, da ich mein Schulenglisch verbessern wollte.

F: Du bist unter anderem an der Ostküste entlang gereist. Was war das Besondere an dieser Etappe?

A: Mir hat es dort super gefallen! Das war der Beginn meiner Reise: Von Sydney in den Norden nach Cairns über Brisbane; dort gibt es viele schöne Städte. Vor allem im Vergleich zur Westküste, die deutlich weniger besiedelt ist. Es war auf jeden Fall eine Reise wert!

F: Womit hast du in Australien dein Geld verdient?

A: Ich habe in den neun Monaten dort ungefähr die Hälfte der Zeit gearbeitet. Anfangs habe ich mich als Erntehelferin von Zucchinis versucht; allerdings war das sehr schlecht bezahlt und unglaublich anstrengend. Später habe ich einen Job auf einer Mangofarm bekommen, wo wir in dreieinhalb Wochen Mangos geerntet und verpackt haben. Die Farm lag eine Stunde außerhalb von Darwin, im tropischen Norden Australiens. Es war sehr warm und schwül, aber die Arbeit hat Spaß gemacht. Für drei Monate habe ich in der zweiten Hälfte meiner Reise im schönen Melbourne für eine bekannte australische Ladenkette gearbeitet, die Smoothies anbietet. Das war der tollste Job, bei dem ich auch viele Australier kennen gelernt habe, mit denen ich noch immer Kontakt halte.

F: Welche wichtigen Erfahrungen hast du für dein zukünftiges Leben mitgenommen?

A: Über die Dauer der Reise habe ich gelernt, was es heißt, für mich selbst Verantwortung zu tragen: Das Taschengeld, mit dem ich dort angekommen bin, war eines Tages aufgebraucht und dann musste ich mir Arbeit suchen, um die Lebenshaltungskosten abzudecken. Das war eine ziemliche Herausforderung, aber so wurde ich gut darauf vorbereitet, wie es später sein würde.

F: Wenn du die Möglichkeit hättest, dich für ein Auslandsjahr nach dem Abitur zu entscheiden: Würdest du wieder Australien wählen?

A: Ja, definitiv. Ich habe meine Entscheidung, trotz anfänglichem Heimweh, nie bereut. Meine Erinnerungen, die ich mit nach Hause gebracht habe, sind durchweg positiv. Ich hatte eine tolle Zeit und würde das jedem empfehlen.

Wofür man sich nach der Schule entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Ein Auslandsjahr ist jedoch eine gute Möglichkeit praktische Erfahrungen zu sammeln, Einblicke in fremde Kulturen zu erhalten und seine eigenen Grenzen zu entdecken bevor Studium oder Ausbildung anfangen.

Informationen zu Auslandsjahren bieten Schulen und Informationsbörsen für Schüler (z.B. JuBi Messe) an.

Florian Keldenich, Klasse 8b, Grashof-Gymnasium, Essen

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