Umwelt

Ab in den „Schweine-Eimer“ zur Wiederverwertung

13.07.2012 | 13:35 Uhr
Ab in den „Schweine-Eimer“ zur Wiederverwertung
Essen, Anna-Karoline Wolter, Ihh! oder doch Sinnvoll?, Schweineeimer, Nur zur Verwendung im Rahmen von Zeus!

Essen.   Ist schon ein bisschen eklig, was nach dem Mittagessen in der Kantine an Essensresten im Entsorgungseimer zusammenkommt. Aber am Ende ist das eine gute Sache, wie Zeus-Reporterinnen recherchiert haben.

Reibekuchen und Apfelmus, zum Nachtisch Kirschjoghurt, aber auch Apfelkerngehäuse und Bananenschalen, das alles zusammen gekratzt, in einen vollen Eimer. Wenn Schüler der Realschule am Stoppenberg beim Tischdienst nach dem Mittagessen die Speisereste in dem sogenannten „Schweine-Eimer“ sammeln, müssen sie sich oft überwinden.

Wir stehen hier in der Großküche des Schulzentrums am Stoppenberg. Bei einem Gespräch mit dem Chefkoch erfuhren wir, dass pro Tag etwa fünf Prozent vom Essen entsorgt wird. Die Reste werden in einer speziellen grünen Tonne gesammelt und aufbewahrt, bis Mitarbeiter einer Entsorgungsfirma diese dort abholen. Manche Firmen nutzen Hygienesäcke aus Maisstärke, um die Reinigung der Behälter zu vereinfachen.

Der erste Gedanke ist: Das Essen kommt zu den Schweinen. Aber es gibt eine intelligente und andere Variante, die Speisereste zu nutzen. Die Essensreste, die zum Beispiel von Schulküchen, Großkantinen, Gaststätten und Restaurants kommen, treffen in der Annahmehalle einer Biogasanlage ein und werden dort zuerst sorgfältig zerkleinert.

Aus Bananenschalen wird Strom

Die Fremdstoffe, zum Beispiel Verpackungen aus Glas und Plastik, aber auch versehendlich hineingefallene Besteckteile werden gründlich entfernt. Dann werden die organischen Reststoffe eine Stunde lang auf über über 70 Grad Celsius in dem sogenannten Hygienisator erhitzt. Die jetzt keimfreien Speisereste werden im Fermenter der Biogasanlage vergärt und verbleiben dort eine bestimmte Zeit. Durch den Gärprozess entsteht Gas, wodurch neue Energie für Strom und Wärme gewonnen wird.

Gebrauchte Frittierfette und Speiseöle werden beispielsweise zu Grundstoffen für Biodiesel verarbeitet. Andere Gärprodukte dienen später als hochwertiger organischer NPK-Dünger in der Landwirtschaft. Dünger, der Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält, wird NPK-Dünger oder Volldünger genannt.

Der Schweine-Eimer scheint vielleicht ekelig auszusehen, aber so „iiihh“ ist es gar nicht, denn die Speisereste werden somit sinnvoll und wirtschaftlich genutzt.

Anna-Karoline Wolter und Joelyn Braun, Klasse 8c, Realschule am Stoppenberg, Essen

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