Werbung, wohin das Auge reicht
13.11.2009 | 16:52 Uhr 2009-11-13T16:52:00+0100
Ob Bockwurst oder Bier, Brause oder Fanartikel, überall kommt der Fußballfan mit den Sponsoren seines Lieblingsvereins in Berührung.
Robert Scheller, Mitarbeiter des Schalker Hauptsponsors Gazprom, erzählt von den Aufgaben und der Arbeit eines Sponsors bei einem Fußballverein. Warum sponsert man einen Fußballverein wie Schalke 04? „Der Verein ist erfolgreich und sympathisch, besitzt Fans in Deutschland und weltweit und hat eine hohe Aufmerksamkeit in den Medien. Er spielt zudem im Herzen des Ruhrgebiets und damit im Zentrum der Energiewirtschaft Deutschlands. Das ist für den russischen Energielieferanten Gazprom ein gutes Argument”, so Scheller.
Neben dem Hauptsponsor gibt es aber noch zahlreiche Großsponsoren wie Veltins, Böklunder, Sinalco, VW und Adidas sowie Kleinsponsoren, die dafür sorgen, dass der Fußballverein so gut funktionieren kann. Denn neben dem Sportlichen geht es natürlich auch immer um Geld – viel Geld.
Nichts wir dem Zufall überlassen
Neben Werbemaßnahmen stehen bei den Sponsoren auch Fanaktionen wie Gewinnspiele und Promotions auf dem Plan. Soziales Engagement wird auch bei den Schalker Sponsoren großgeschrieben: Sie unterstützen Hilfsaktionen wie z.B. „Ein Herz für Kinder” und führen Weihnachtsaktionen in Kinderheimen durch, wo auch die kleinen Fans ihre großen Stars hautnah erleben dürfen.
Die Werbemaßnahmen sind beim Besuch der Schalke-Arena allgegenwärtig, nichts wird dem Zufall überlassen. Es handelt sich hierbei um ein ausgeklügeltes System, um dem Stadionbesucher und auch Fernsehzuschauer das jeweilige Unternehmen positiv zu präsentieren, bekannter zu werden und auf der Beliebtheitsskala nach oben zu steigen.
Betritt man das Stadion, sticht die Bandenwerbung zuerst ins Auge: Die Bande (Powerpack genannt) ist 17,5 Meter breit und scheinbar 2,50 Meter hoch. Tatsächlich besteht die Powerpack-Bande aus zwei hintereinander aufgestellten Flächen: Die vordere steht am Spielfeldrand und ist einen Meter hoch. Die hintere steht etwa drei Meter in zweiter Reihe zwischen hereingefahrenem Rasen und Zuschauertribüne und ist 1,50 Meter hoch. Im Bild der TV-Kamera werden beide Flächen zu einer 45 Quadratmeter großen Werbefläche zusammengesetzt.
Die Werbeteppiche auf Schalke sind 15 Meter breit und 3,5 Meter hoch. Von oben ist der Teppich aufgestellt zu sehen. Das liegt daran, dass Gazprom eine Art optische Täuschung eingebaut hat (Beschaffenheit des Teppichs). Fast überall findet man Werbung, in den Pausen fliegen Minizeppeline in Würstchenform und jeder Eckball wird auf dem großen Medienwürfel an der Stadiondecke von einem Sponsor präsentiert. Schon bei der Begrüßung bekommt man etwas zu trinken – natürlich waren es Sinalco-Getränke.
Bewusst macht man sich darüber aber nur sehr selten Gedanken. Und genau so soll es auch sein. Dies ist der psychologische Effekt der Werbung: unterbewusste Beeinflussung unseres Konsumverhaltens – hier auf Schalke nett und aufwendig verpackt.
Patrick Sieberg, Robin Cramer,Mike Leveringhaus-Klopp, Klasse 8a, Hauptschule Effey Ennepetal

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