Zeus-auf-Schalke
Eine erstligareife Vorstellung
13.11.2009 | 17:29 Uhr 2009-11-13T17:29:00+0100
In der Schule war Lewis Holtby seinem Karrieziel ein Stückchen voraus. „Ich will versuchen, bald öfter in der ersten Mannschaft zu spielen”, sagte der Schalke-Profi. Seine Vorstellung im Klassenzimmer dagegen war bereits erstligareif.
Und so nahm ihm auch niemand übel, dass er sich als kleiner Steppke noch in Bettwäsche von Borussia Mönchengladbach kuschelte. Ohnehin waren in der Klasse auffallend wenige Schalke-Fans anzutreffen.
Der Besuch des Bundesliga-Profis in der 10. Klasse der Realschule Ennepetal kam zustande, weil Schülerin Sophie Müller beim ZEUS-Quiz gewonnen hatte. In Zusammenarbeit mit Hauptsponsor Gazprom schickte der FC Schalke seinen Profi zu den glücklichen Gewinnern.
Diese konnten das besondere Erlebnis kaum erwarten und drückten sich in freudiger Erwartung Holtbys bereits vorher ihre Nasen an den Fensterscheiben des Klassenzimmers platt. Holtby war kaum angekommen, da prasselten die Fragen der Schüler schon auf ihn ein. Zumindest die Qualen vom morgendlichen Training mit Schleifer Felix Magath waren somit schnell vergessen.
„Das Training ist zwar hart, aber es bringt einen weiter. Von daher ist es auch in Ordnung, wenn man mal mit einem Muskelkater nach Hause fährt”, sagte Holtby. Nach eigenem Bekunden wird die Liebe zum Revierklub aber nicht für ewig halten. „Ich bin Halb-Engländer, deshalb würde ich auch gerne irgendwann einmal in der Premier League spielen.”
Größenwahn ist das nicht. Holtby ist bescheiden geblieben. Auch wenn er jeden Samstagnachmittag Ausnahmefußballern wie Ribery und Robben begegnen kann, auch wenn er mit Vorbildern wie Mesut Özil und Marko Marin um Punkte kämpft: „Die größten Stars sind meine Eltern, ohne sie wäre ich nicht hier.” Falls es mit dem Fußball mal nicht rund laufen sollte, hat sich der U 20-Nationalspieler mit mittlerer Reife schon einen Notfallplan zurechtgelegt. „Wenn ich mal lange ausfalle, gehe ich zur Abendschule und hole mein Abi nach.”
Die Frage eines Schülers nach der vermeintlichen Schalker Finanzmisere umdribbelte Holtby geschickt. „Darum kümmern sich andere. Ich konzentriere mich auf Fußball, wir Spieler müssen unsere Leistung auf dem Platz zeigen.” Schließlich sei dort, auf dem Rasen der Arena, für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen. „Es ist ein magisches Gefühl, vor 60 000 Zuschauern aufzulaufen. Im Spielertunnel bekomme ich Gänsehaut.” Für dieses Gefühl habe er hart gearbeitet. „Um Profi zu werden, habe ich immer mehr gemacht als andere.”
Fleißig war Holtby nach der Fragerunde auch beim anschließenden Autogrammeschreiben. Vor der Tür hatten sich schon Minuten zuvor etliche Schüler aus anderen Klassen versammelt, um die begehrte Unterschrift zu ergattern. Die Mädels aus der Gewinnerklasse hatten da längst Besitzansprüche auf den sympathischen Kicker angemeldet. „Die anderen sollen mal weggehen”, knurrte eine Schülerin. Bleiben durften sie trotzdem. Dafür musste Lewis Holtby wieder los, ackern für sein großes Ziel. So gemütlich wie bei Kaffee und Kuchen im Klassenzimmer wird es beim Nachmittagstraining sicher nicht zugehen.

12:59
Gladbacher Jungs erreichen halt was in ihrem Leben :D
12:55
Lewis Holtby ist Gladbacher Junge !! :D:D