Weniger Zeit für den gleichen Stoff
23.12.2008 | 11:00 Uhr 2008-12-23T11:00:00+0100
Für die jetzige Jahrgangsstufe 7 steht das Abitur schon nach zwölf Jahren an. Schüler berichten.
Der Tagesablauf der Schüler der Stufe 7 des Gymnasiums Aspel der Stadt Rees ist sehr stressig, da sie jetzt nicht mehr 13, sondern zwölf Schuljahre haben. Morgens heißt es früh aufstehen, fertig machen und schnell zur Schule gehen. Von der ersten Stunde, ab 7.35 Uhr, bis zur sechsten Stunde, bis 12.50 Uhr, heißt es aufpassen und mitarbeiten in den verschiedensten Fächern. Dabei geht es auch um die Kopfnoten, die wie Nachmittagsunterricht neu in Rees sind.
Da die Schüler ein Jahr weniger in der Schule bleiben als die älteren, müssen sie den gleichen Stoff in weniger Jahren bearbeiten. Deshalb werden neue Fächer schon ein Jahr früher gewählt, und es kommt vor, dass Stoff aus der nächst höheren Klasse in den Unterricht mit einfließt.
Gemeinsames Mittagessen
Dazu kommen dann noch mehr Stunden in der Woche, Nachmittagsunterricht und viele Hausaufgaben. In den stickigen Pavillons, wo die Hitze sich im Sommer nur so staut, fällt das Lernen, Aufpassen und Konzentrieren gleich doppelt so schwer.
Nachdem die ersten sechs Stunden vorbei sind, können die Schüler der Klasse 7 noch lange nicht nach Hause gehen. Nun folgt erst mal das gemeinsame Mittagessen, das dienstags oder donnerstags in der siebten Stunde im Vorraum der Sporthalle stattfindet. Doch selbst dazu haben manche Lehrer keine Zeit. Während die Anderen das Mittagessen genießen können, sitzen sie in einer Klasse um diese zu unterrichten. Sie haben also ununterbrochen neun Stunden Unterricht.
In vielen Schulen gibt es zurzeit noch keine Mensen, deshalb konnte bisher der Nachmittagsunterricht dort noch nicht eingeführt werden.
Die Schüler konnten die AGs der neunten Stunde, also die, die im Nachmittagsbereich stattfinden, selber wählen. Es gibt verschiedene Sportarten, "soziales Kompetenztraining", Theater und ähnliche AGs. Gleichzeitig werden Schüler, die Schwächen in Deutsch, Englisch, Mathematik, Latein oder Französisch vorweisen, gefördert.
Nach dem Unterricht kommen die Schüler nach Hause und müssen dann noch Hausaufgaben machen und lernen. Denn die nächste Arbeit kommt schneller als man denkt. Da bleibt nur noch wenig Zeit für Hobbys. Das finden die Schüler besonders doof, wie sie uns berichteten. "Aber, vielleicht lohnt sich dieser Stress ja", meinen manche hoffnungsvoll. "Wir kommen schneller von der Schule herunter. Das ist ein ganz klarer Vorteil."
Auf Dauer ein gutes Prinzip
Auch viele Lehrer reden den Schülern gut zu: "Da ihr mit der jetzigen Stufe acht von der Schule geht, braucht ihr gute Kopfnoten für euren späteren Arbeitsplatz. Bei manchen Stellen haben jüngere Leute es sogar leichter, die Stelle zu bekommen als ältere Leute." Die Lehrer denken, dass es auf Dauer ein gutes Prinzip ist, obwohl es im Moment noch sehr stressig ist.
Fazit: Dieses System ist eigentlich sehr gut, wie es uns andere Länder vormachen und auch beweisen, da man schneller fertig mit der Schule ist und somit schneller Geld verdienen kann. Wenn jetzt nur noch die Regierung das mit dem Mensenbau und den richtigen Büchern hinbekommen würde, wäre die Sache auch in NRW perfekt.
Marie Müntjes, Johanna Bödder, Sarah Otermann, Klasse 7c, Gymnasium Aspel, Rees
Der Artikel ist zuerst auf Zeus in der NRZ Emmerich am 26. Mai 2008 erschienen.

20:42
Ich bin froh, dass ich noch 13 Jahre machen muss. aber es wird sich in den nächsten Jahren wohl trotzdem auf unseren Stundenplan auswirken. Leider... =(