Zu Besuch bei "hohen Tieren"
05.11.2009 | 18:10 Uhr 2009-11-05T18:10:00+0100
Zeus-Reporter waren zu Gast im NRW-Landtag und trafen dort auf die SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft.
Es ist Donnerstag, der 8. Oktober, 10 Uhr. Wir sind sehr aufgeregt, denn heute bekommen wir die Chance, die „hohen Tiere” hautnah zu erleben. Wir werden von einer netten Frau namens Irmgard Birn bereits am Eingang des Landtags erwartet. Als alle da sind, führt sie uns in einen Hörsaal, in dem sie uns alles Wichtige über den Regierungssitz erzählt. Nachdem sie all unsere Fragen geduldig beantwortet hat, kehren wir in den großen Empfangssaal zurück. Von hier aus beginnt unser Rundgang durch das Gebäude.
Schon jetzt ist eine Menge los in der modern eingerichteten Eingangshalle. Hastig laufen die Leute mit ihren Aktenkoffern zu ihrer Arbeit. Jeder hat hier seine eigene Aufgabe. Von der Parlamentsverwaltung, die täglich rund 50 000 Blatt Papier druckt, bis hin zu den Abgeordneten. Viele arbeiten ihr ganzes Leben bis zur Rente hier. Jede Person gehört einer Partei an. Regelmäßig finden Sitzungen statt. Es gibt Sitzungen im Plenarsaal. In diesem Saal treffen sich die Abgeordneten und Minister. Dort dürfen Besucher zuschauen.
Außer dem Plenarsaal gibt es noch den Fraktionssaal. Hier diskutieren die Abgeordneten der einzelnen Fraktionen. Dieser Saal ist für Besucher nicht geöffnet. Dort gibt es für jede Partei eine eigene Sitzordnung. Es gibt die sogenannten „Hinterbänkler”. Dies sind die unbeliebtesten Plätze, da diese sich in der letzten Reihe befinden. Das heißt automatisch, dass man nicht so viel zu sagen hat, wie die Leute in den ersten Reihen. Meistens kommen neue Leute der Partei erst in die hinteren Reihen und müssen sich nach vorn arbeiten.
Bei solchen Sitzungen gibt es immer vier „Schiedsrichter”, die darauf achten, dass die Politiker nicht zu beleidigend werden. Doch nicht nur in den Sälen wird geredet. Überall sieht man Leute diskutieren – sei es in der Lobby oder im Restaurant. Die Politiker und Abgeordneten besprechen die Pläne oder Vorstellungen ihrer Partei.
Im Landtag sind vier Parteien vertreten: CDU, SPD, FDP und Die Grünen. Jede dieser Parteien möchte ihre Ziele und Wünsche erfüllen und versucht, andere von ihrer Meinung zu überzeugen. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Nicht allzu selten endet dies in einer lauten Diskussion, in der jede Partei ihre Meinung vertritt.
Wir dürfen auch bei so einer Sitzung reinhören. Aktuelle Themen sind zum Beispiel Atomenergie und Studiengebühren. Die Vorsitzende der Grünen, Sylvia Löhrmann meint, dass Studiengebühren keine gute Lösung seien: „Jeder hat das Recht auf Bildung.” Dabei sei es egal, ob jemand reich oder arm ist oder welcher Bevölkerungsgruppe er angehöre. Andere Politiker wiederum finden, dass Studiengebühren ein Antrieb für Studenten seien, das Studium so schnell wie möglich abzuschließen.
Doch nicht nur über diese Themen wird gesprochen. Lange unterhalten wir uns mit Schulministerin Barbara Sommer. Wir fragen sie, ob ihr der Beruf Spaß mache und was ihre Ziele für die deutschen Schulen seien. Sie erzählt, dass sie selbst früher als Grundschullehrerin tätig war, „daher kenne ich die Probleme in den Schulen.” Mit ihrer Arbeit möchte sie nun dazu beitragen, dass die Probleme, wie Lehrermangel und Stundenausfall gelöst werden. Sie beantwortet alle unsere Fragen, scherzt mit uns und ist sehr freundlich.
Danach geht es weiter zu dem Büro von Hannelore Kraft, der Vorsitzenden der SPD. Auch sie findet ein paar Minuten Zeit, um mit uns zu sprechen. Und sie lässt uns Fotos machen. Als unser Rundgang zu Ende ist, gehen wir gemeinsam in das Landtagsrestaurant und speisen dort mit den Politikern. Die Landtagspräsidentin Regina van Dinther setzt sich auch zu uns an den Tisch, isst mit uns zu Mittag und unterhält sich mit uns. Auch sie hinterlässt einen sehr freundlichen Eindruck. Nachdem wir fertig gegessen haben, verabschieden wir uns und danken für die interessanten Stunden, die wir dort verbringen durften.
Ich fand diesen Tag sehr schön, aufschlussreich und informativ. Schade war allerdings, dass ich unseren Ministerpräsidenten Herrn Jürgen Rüttgers nicht treffen konnte, da er diesen Tag in Berlin war. Ihn hätte ich gern gefragt, ob er sich vorstellen könnte, einmal Bundeskanzler zu werden.
Lydia Hasselhorst, Klasse 8f, Mannesmann-Gymnasium

0mitdiskutieren