Wissenschaft

Wie wird das Wetter morgen?

23.11.2011 | 11:54 Uhr
Wie wird das Wetter morgen?
Auch Wolken können Auskunft über das Wetter geben. Ihre Form kann zum Beispiel daraufhin weisen, ob es Regen gibt oder nicht. Foto: Michael Kleinrensing

Duisburg.   Ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint, dank den Meteorologen wissen wir heute genau, was am nächsten Tag auf uns zukommt. Doch wie haben die Menschen das früher gemacht? Zeus-Reporterin Nadja Lerch geht dem nach.

Auf der Titelseite der Zeitung findet man immer die Wettervorhersage. Wird es regnen, schneien oder scheint die Sonne? Ein Blick genügt. Denn die Wetterstationen wissen es schließlich am besten. Zumindest trifft ihre Prognose (fast) immer zu. Gut, dass es die Wettervorhersage gibt.

Aber wie sind die Menschen früher ohne Wetterstationen ausgekommen? Komplett ohne Wettervorhersage? Sicher nicht.

Denn das Wetter hatte schließlich eine zu große Bedeutung – besonders für die Bauern. Sie mussten wegen ihrer Ernte wissen, wie das Wetter wird. Aber wie haben sie das gemacht? Etwa anhand alter Bauernweisheiten?

Tatsächlich, denn sie haben alle einen wahren Kern. So steht es zumindest in dem Buch „Altes Wetterwissen wieder entdeckt“ von Bernhard Michels.

Demzufolge treffen Bauernweisheiten wie „Donnert’s im März, dann friert’s im April“, „Wenn’s um Neujahr noch Regen gibt, oft um Ostern Schnee noch liegt“ oder „Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag“ mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent zu. Auch, wenn es keine wissenschaftlichen Erklärungen, sondern vielmehr Erfahrungen oder Wünsche sind.

Heute beginnen viele Menschen wieder damit, anhand der Natur das Wetter zu deuten. Mit Erfolg: Gute Wetterbeobachter haben (ohne Messgeräte) eine Trefferquote von ungefähr 75 bis über 80 Prozent. Und das wird, laut Autor, auch von Meteorologen bestätigt.

Leider verlassen wir uns mittlerweile so sehr auf die Meteorologen, dass wir die Fähigkeit verlernt haben, selbst das Wetter für den nächsten Tag anhand von Beobachtungen vorhersagen zu können.

Dabei ist die Natur sehr zuverlässig und ihre Beobachtung eine bewährte Methode. Dies beschreibt auch Michels in seinem Buch.

So kann man beispielsweise schon an den Wolken erkennen, wie das Wetter wird. Die Haufenwolke (Cumulus) zeigt zum Beispiel, wenn sie sich nicht verkleinert oder nach oben wächst, dass das Wetter niederschlagsfrei bleibt.

Auch ein Regenbogen oder ein Sonnenring geben Hinweise auf das Wetter. Sonne, Mond und Sterne spielten nämlich schon für die Bauern eine große Rolle – vor allem, weil für sie viel von der Sonne abhing. Auch bei den Bauern hing viel von der Sonne ab.

Noch genauer wird die Vorhersage, wenn man die Pflanzen betrachtet.

Ein interessantes Feld der natürlichen Wettervorhersage ist auch das Beobachten der Tiere – egal ob Vögel, Insekten, die das Wetter „fühlen“ oder Hunde, die träge und lustlos werden, wenn es bald regnet.

Auch Wind und Schnee geben Auskunft über das Wetter. So kann man anhand der Beschaffenheit des Schnees die Außentemperatur schätzen. Das heißt, dass zum Beispiel, wenn der Schnee weich ist und nur dumpf unter den Füßen knirscht, es kälter als Minus fünf Grad Celsius ist.

Auch Jahreszeiten machen Vermutungen über das Wetter möglich. Jeder Monat hat so genannte „Lostage“, die auf die Witterung der nächsten Zeit hinweisen.

Vorhersagen der alten Bauernregeln treffen sogar Aussagen für ein halbes Jahr später. Zum Beispiel: „Wie der August war, so wird der künftige Februar“ oder der Oktober, der erst so kurz zurückliegt, sagt: „Wenn lind der Oktober war, folgt ein harter Januar“. Eine ausgefallene Weisheit: ,,Ist die Martinsgans am Brustbein braun, wird man mehr Schnee als Kälte schau’n; ist sie aber weiß, so kommt weniger Schnee als Eis.“ Und für Weihnachten gilt: „Ist’s an Weihnachten kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald“. Ob’s diesmal stimm?

Zeus-Reporterin Nadja Lerch, Landfermann Gymnasium, Klasse: 8d

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