Geschichte

Überleben im Zweiten Weltkrieg

26.11.2010 | 13:48 Uhr
Überleben im Zweiten Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg wurden auch Teile von Mülheim zerstört.

Duisburg. Der 2. Weltkrieg ist ein Thema, das in vielen älteren Leuten schlimme Erinnerungen weckt. Dennoch gibt es Leute, die bereit sind, darüber zu sprechen. Hildegard Z.* erzählt, wie sie den Krieg miterlebt hat: ein Protokoll.

„Als der Krieg 1939 begann, war es in den ländlichen Regionen eher ruhiger, weil die Engländer und die Amerikaner in der Anfangszeit die Großstädte im Auge hatten. Dazu zählten beispielsweise Köln, Düsseldorf und Duisburg. Als sie aber hinterher auch die kleineren Gebiete, wie zum Beispiel Rheinhausen oder Homberg, angriffen, musste man sich darauf einstellen, dass in jeder Sekunde der Fliegeralarm losging.

In der ersten Zeit konnte man sich noch im eigenen Keller in Sicherheit bringen, doch als dies hinterher zu unsicher und zu gefährlich wurde, gingen die Menschen in den meist nahe gelegenen Bunker. Wenn man in der Schule saß und der Fliegeralarm losging, musste man so schnell wie möglich aus dem Schulgebäude raus und ab in den Bunker. Es gab zwei verschiedene Arten von Bunkern, den Erdbunker und den Hochbunker. Die meisten gingen in den Erdbunker; erst um 1940 herum ging man in den Hochbunker, weil die Erdbunker nicht sicher genug waren.

Fliegeralarm in der Schule

Die Bunker, in denen man tage-, aber auch wochenlang lebte, waren fast so aufgeteilt wie der Flur in einem Hochhaus. Jede Familie hatte einen kleinen Raum, in dem Etagenbetten standen und ein Tisch. Die Toiletten sahen vergleichbar aus wie heute eine Camping-Toilette. In der Zeit, in der kein Fliegeralarm herrschte, konnte man den Bunker verlassen und in die Wohnung zurückkehren, um sich dort umzuziehen oder etwas zu kochen. Doch sobald man den Alarm wieder hörte, musste man alles stehen und liegen lassen und in den Bunker zurückkehren. Man musste sich beeilen, weil nach einer gewissen Zeit die Stahltüren der Bunker verriegelt wurden.

Anfangs war es tagsüber eher ruhiger; nachts gab es den meisten Bombenalarm. Doch das änderte sich in der Zeit von 1941 bis 1942. Denn in dieser Zeit gab es auch tagsüber mehrere Male Fliegeralarm. Zum Schutz bei einem Bombenalarm konnte man sich in das nächste Gebäude retten, wenn man auf dem Weg zum Bunker war.

Die ganze Stadt musste abgedunkelt werden

Alle Häuser und alle Fenster mussten verdunkelt sein, damit die Fliegerpiloten die Häuser nicht sahen. Doch auch dies gab einem nicht die 100-prozentige Sicherheit dafür, dass das Haus nicht von einer Bombe getroffen wird, da die Piloten mit sogenannten Leuchtbomben attackierten und so die Häuser sehen konnten. Aber auch die Straßen und die Umgebung mussten verdunkelt werden. Um abends gesehen zu werden, mussten die Menschen Leuchtplaketten an ihrer Kleidung tragen. Für die Versorgung hatte man Lebensmittelmarken, mit denen man pro Familie und pro Person einkaufen gehen konnte.

1945 konnte keiner mehr auf die Straße, weil die Tiefflieger unterwegs waren. Nachdem der Krieg vorbei war, musste alles wieder aufgebaut werden.“

* Name von der Redaktion geändert. Der richtige und vollständige Name ist der Redaktion bekannt.

Es protokollierte

Michelle Bendzulla

K lasse 8a

Erich-Kästner-Gesamtschule

Duisburg

Zeus-Reporter

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