Spielen verboten!
09.12.2011 | 15:32 Uhr 2011-12-09T15:32:00+0100
Duisburg. Früher trafen sich hier die Kinder aus der Nachbarschaft zum spielen und toben. Heute ist das Spielen dort verboten und der Johannenhofplatz in der alten Homberger Zechensiedlung ähnelt mehr einem brachliegenden Acker. Zeus-Reporter Mattis kennt die Situation genau, denn auch er lebt in der Siedlung.
Kinder toben auf der Wiese, spielen Fußball, treffen Freunde. Erwachsene kommen zusammen, feiern, unterhalten sich über ihre Siedlung.
Dieses Szenario gehört nun jedoch der Vergangenheit an. Denn der zentrale Platz der Johannenhof-Siedlung in Homberg soll „Wildwiese“ werden.
Zeus-Reporter Mattis lebt selbst in der ehemaligen Zechensiedlung und hat mitbekommen, wie die Bagger anrückten und den zentralen Treffpunkt der Anwohner zerstörten.
Der Johannenhof ist eine bald 100 Jahre alte Zechensiedlung. In ihrer Mitte Siedlung befindet sich der circa 1600 Quadratmetergroße Johannenhof-Platz.
Viele Jahre lang war dies ein Ort, an dem sich zahlreiche Kinder jeden Alters trafen, um dort Fußball oder anderes zu spielen.
Jeden Tag trafen sie sich, lernten einander besser kennen und hatten dort gemeinsam eine ganze Menge Spaß.
Doch nicht nur für die Kinder, auch für die Erwachsenen war der Platz ein Ort der Versammlung und es Austausches.
Dann kamen die Bagger
Viele verschiedene Veranstaltungen, wie zum Beispiel ein Kindertrödelmarkt, Gottesdienste, Konzerte und das „Johannenhoffest“ fanden dort über das Jahr verteilt statt.
Doch eines Morgens sollte sich alles ändern: Bagger und Arbeiter der Stadt rückten an, gruben die Wiese um und stellten Verbotsschilder auf: Fußball spielen, Hunde, Campen und Glasflaschen sind seitdem verboten.
Die Erklärung traf die Anwohner hart: Es wurde erzählt, man wolle dort eine Wildwiese errichten, die einen halben Meter hoch wachsen sollte. Deshalb galt sogar das bloße Betreten des Platzes vorübergehend als verboten.
Informiert hatte man die Anwohner darüber vorher nicht, weshalb sie sehr aufgebracht waren. Prompt starteten sie eine Unterschriftenaktion und schrieben Briefe an die Verantwortlichen.
Darin stand unter anderem, dass man den Kindern doch nicht Ihren Spielplatz wegnehmen sollte.
Die Stadt reagierte schleppend und beharrte darauf, die „Blumenwiese“ durchzusetzen, da sie Biotope anlegen müsse und dieser Platz dafür wie geschaffen sei.
Bis heute sind dort kaum noch spielende Kinder. Die angebliche Wildwiese ist nun nur noch ein verdorrter, ungepflegter Acker.
Durch diese Aktion der Stadt war der Platz den kompletten Sommer für alle (außer für Hunde) unbenutzbar.
Vielleicht schafft die Stadt es ja bis zum hundertsten Geburtstag der denkmalgeschützten Siedlung 2013 den Platz in einen angemessenen Zustand zu bringen.

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