Freizeit

Mit dem Mini-Ferrari zum Sieg

21.12.2011 | 16:30 Uhr
Mit dem Mini-Ferrari zum Sieg
Carrera Bahn „Rennspaß in Oberhausen“. Hier ist das Finalrennen beim „Duemptener Ring Cup 2010“ zu sehen. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool

Duisburg/Oberhausen.   Geburtstage feiern, eigene Modelle bauen, Airbrush-Workshops besuchen und einfach Rennen fahren – all das ist möglich auf der Carrera-Bahn „Rennspaß Oberhausen“. Hier kümmert sich Besitzer Jürgen Jurzitza nicht nur um die Besucher, sondern auch um verunglückte Autos. Zeus-Reporterin Anna hat sich umgeschaut.

„Hey, kannst du mal das gelbe Auto in Bahn drei legen?“, ruft ein Junge seinem Freund zu. „Klar, mach ich“, ruft dieser zurück. Die Jungen und Mädchen haben echt Spaß auf der Rennstrecke „Rennspaß Oberhausen“.

Auf über 64 Metern Rennstrecke können Jungen und Mädchen ihre kleinen Autos über die Strecke flitzen lassen. Der Nürburgring im Miniaturformat bietet die Möglichkeit, auf der „langen Geraden“ – im Original erreichen die Formel -1-Piloten hier über 300 Stundenkilometer – ordentlich „Gas“ zu geben.

Kleine Tribünen, Menschen, Häuser und Bäume wurden mit viel Sorgfalt neben den Bahnen positioniert. Überall an den Wänden hängen Bilder von den Großen des Formel-1-Sports – Senna, Schumacher, Vettel und Co. Ein extra Ansporn für die jungen Fans.

Wie ihre Rennsportvorbilder haben auch sie den Sieg immer vor Augen. „Jeder kann ein Sieger sein“, erklärt Inhaber Jürgen Jurzitza (51), „auch Mädchen und Frauen finden immer mehr Interesse an diesem Hobby.“

Kurse, in denen man selbst sein Auto gestaltet, sind sehr beliebt

Auf der Oberhausener Rennbahn kann man auch seinen Geburtstag feiern oder einen Kurs zum eigenen Gestalten der Autos besuchen. Das ist der Renner.

Unzählige Kleinteile werden in präziser Feinarbeit zusammengefügt und am Ende entsteht ein Unikat. „Ich bin richtig stolz“, sagt ein Kursteilnehmer und bewundert sein neues Rennauto, ein kleiner roter Ferrari.

Sofort probiert er sein neues Auto auf der Bahn aus und ist fasziniert von seiner „Straßenlage“. Jürgen Jurzitza bietet extra einen Tuning-Kurs an, der so beliebt ist, dass man rechtzeitig buchen muss, damit man teilnehmen kann.

Ein anderer Raum ist von Farbgeruch erfüllt. Jurzitza sitzt an einem Tisch und erklärt den Kursteilnehmern die Grundlagen des „Airbrush“. Danach übergibt er das Wort seinem Airbrush-Experten.

Auch ich durfte die Rennstrecke einmal ausprobieren und war sofort vom „Rennfeeling“ infiziert. Es ist unglaublich, wie diese kleinen Flitzer beschleunigen. Teilweise erreichen sie Geschwindigkeiten von circa 60 Stundenkilometern. Übertreibt man, fliegt man raus! Natürlich nur aus der Kurve.

Aber wenn die Profis zum Training erscheinen, geht es richtig zur Sache. Diese erreichen Rundenzeiten, von denen man als Laie nur träumen kann. Die Profis bringen ihre eigenen getunten Fahrzeuge mit und optimieren sie während des freien Trainings.

Seine Leidenschaft zum Beruf gemacht

Jürgen Jurzitza entdeckte seine Leidenschaft für das Carrera fahren in seiner Kindheit. Zu dieser Zeit baute er mit seinem Freund die erste Bahn auf. Mit viel Spaß wurden die kleinen Autos über die Bahnen gejagt. Auch bei der Qualifikation zur deutschen Meisterschaft gaben sie ihr Bestes.

Später machte er kurzerhand mit der Unterstützung von Freunden und Bekannten sein Hobby zum Beruf. Aus einem alten Lebensmittelgeschäft machte er die Oberhausener Rennstrecke. Seitdem kann man an der Höfmann-straße richtig viel „Gas“ geben.

Über „Rennspaß Oberhausen“ kann man heute schon ein Buch schreiben. Eine fast sensationelle Geschichte, die auch unternehmerisch auf soliden Beinen steht. Aus dem ehemaligen Supermarkt ist nun ein Treffpunkt für Hobby-Carrerafahrer geworden.

Kurz vor Weihnachten brummen nicht nur die Motoren

„Gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, ist hier teilweise die Hölle los“, sagt Jurzitza. Für eine gute digitale Grundbahn, kann man gut 450 Euro ausgeben. „Für Einsteiger geht es aber deutlich preiswerter los“, erklärt der Inhaber.

Aber heute ist ja Renntag und es wird wieder um Bestzeiten gefahren.

Sechs Kinder fahren auf Sieg. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten und das Auto streikt. Jetzt ist es wieder einmal passiert: „Herr Jurzitza? Mein Auto will nicht mehr fahren. Habe ich es kaputt gemacht?“, fragt der Junge mit dem gelben Auto verzweifelt. „Na, zeig doch mal her“, beruhigt der Autodoktor. Mit einer kleinen Drahtbürste säubert der 51-Jährige die Kontakte und händigt das Auto dem Jungen wieder aus. „Versuch es jetzt mal.“ Der kleine Junge setzt das gelbe Auto wieder in Bahn 3 und überholt mit neuem Schwung die Autos vor ihm.

Freudestrahlend steht er später auf dem Treppchen und hält seine Urkunde in der Hand. Er ist Erster geworden.

Zeus-Reporterin Anna Hahn, Reinhard-und-Max-Mannesmann-Gymnasium, Klasse: 8d, Duisburg

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