Mehr Verbundenheit
30.11.2007 | 12:05 Uhr 2007-11-30T12:05:33+0100In der Buchholzer Waldschule ist einiges anders.In der Förderschule besuchen verschiedene Jahrgänge eine Klasse
Angespannt und unsicher betreten wir das Schulgebäude der Buchholzer Waldschule. Auffällig sind die bunt gestalteten Wände und der große Schulhof mit viel Grün. Immer noch etwas nervös gehen wir in das gelbe Verwaltungsgebäude. Freundlich werden wir von der Direktorin, Barbara Wedekind, empfangen, die uns schon erwartet hatte. Beim Betreten des Büros fallen uns sofort die selbst gemalten Bilder der Schüler auf. In dem Interview, welches wir führen, erzählt sie uns, dass dort alle Schüler geistig, aber auch teilweise mehrfach behindert sind.
Überraschend ist auch, dass nicht alle Kinder mit speziellen Schulbussen fahren, sondern einige auch fähig sind, selbstständig mit dem Schokoticket zur Schule fahren. Außerdem erfahren wir, dass an der Buchholzer Waldschule Fächer wie Deutsch, Mathe, Kommunikationsförderung oder Hauswirtschaft unterrichtet werden. Trotzdem unterscheidet sich diese Lerneinrichtung von gewöhnlichen Schulen: Hier gibt es nur 113 Schüler, neun bis zehn Schüler pro Klasse, und 30 Lehrer. Jede der elf Klassen hat nicht für jedes Fach einen Lehrer, sondern zwei bis drei Lehrer, die aber ständig da sind. "Natürlich gibt es auch einen Stundenplan", teilt uns die Direktorin mit. "Nur sind unsere Schüler alle Individualisten. Wenn zum Beispiel ein Schüler mit einer Sache noch nichts anfangen kann, bekommt er andere Aufgaben."
Da die Klassen zusätzlich nicht nach Behinderungen eingeteilt und jeweils zwei bis drei Jahrgänge gleichzeitig in einer Klasse sind (per Nachrücksystem), muss man auf jedes Kind einzeln eingehen. Außerdem gibt es weder Arbeiten noch Zensuren, nur ein Berichtszeugnis am Ende des Schuljahres. Auch Hausaufgaben werden nur auf Wunsch aufgegeben. Dennoch hat der Ablauf der Schulwoche sehr viel Normales an sich. Nach jeder Doppelstunde gibt es eine längere Pause. Viermal die Woche ist Unterricht bis 15.30 Uhr.
Durch die offene Art der Direktorin kommen wir auch dazu, sie auf das Sozialverhalten innerhalb der Klassen und gegenüber den Lehrern anzusprechen. "Manchmal kommen die Kinder sogar und umarmen mich", sagt sie. "Ich denke das Sozialverhalten hier ist recht gut. Natürlich gibt es hin und wieder Auseinandersetzungen, allerdings arten diese selten in Handgreiflichkeiten aus. Auf jeden Fall fühlen sich die Kinder viel verbundener mit uns als auf normalen Schulen. Um den Kleinen direkt zu zeigen, wie es hier so ist, kümmern sich die Oberstufenschüler als Paten um die I-Dötzchen", sagt sie.
Alina Hillig, Alina Kampmann, Nicola Aliecia Neitzsch Klasse 8d Mannesmann-Gymnasium

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