Duisburg
In der Natur wird auch gerechnet
22.02.2010 | 12:11 Uhr 2010-02-22T12:11:00+0100
Wozu gibt es eigentlich die biologische Station westliches Ruhrgebiet (BSWR)? Zeus-Reporterin war bei der Gänsezählung einer biologischen Station dabei.
Eine biologische Station ist dazu da, um das Gleichgewicht in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten zu überwachen und zu überprüfen, ob es notwendig ist, neue Gebiete hinzuzufügen. Außerdem werden durch diese Stationen die Tierbestände in der freien sowie heimischen Natur aufgezeichnet und kartiert. Das bedeutet, es wird festgehalten, wo welche und wie viele Tiere leben.
Ein Beispiel ist die Gänsezählung, bei der ich Frau Kowallik und Herrn Dr. Kricke begleitete. Die monatliche Zählung wird möglichst parallel mit anderen Stationen durchgeführt, um eine Doppel- Zählung zu vermeiden.
Wir brachen gegen halb zehn von der BSWR Duisburg zu einigen nahe am Rhein gelegenen Feldern in Baerl auf. Dort trennte sich unsere Gruppe, da Dr. Kricke den Bezirk in den Rheinwiesen übernahm und Frau Kowallik und ich die nahe gelegenen Felder durchsuchten und nach Gänsen Ausschau hielten. Zuerst war der Erfolg mäßig, denn Rostgänse, Graugänse und Nilgänse sind eine schwache Ausbeute für die eigentlich erwarteten Blässgänse. Doch nach einer weiteren Suchpartie erspähten wir eine Schar von über 1000 Blässgänsen, die gut versteckt in einem Rapsfeld saßen, schliefen, fraßen oder Ausschau hielten.
Ein faszinierender Anblick, den man durch ein Spektiv sogar sehr gut genießen konnte, denn eine nähere Position als 100 bis150 Meter hätte die Vögel aufgeschreckt und ein Zählen unmöglich gemacht. Nachdem die Anzahl bestimmt worden war, wurde in eine Karte eingetragen, wo genau die Tiere sich niedergelassen haben, um nach weiteren Zählungen und anhand der vorherigen Zählungen das Verhalten der Schar beobachten zu können. Aber um das Verhalten von Zugvögeln besser beobachten zu können gibt es auch einige Exemplare, die mit einem Halsband mit Nummer ausgestattet sind. Somit kann verzeichnet werden, wohin diese Tiere fliegen. Auch in der gesichteten Menge war eine solche Gans dabei, die sogar unbekannt war. An diesem Beispiel sieht man, dass einem immer neue Tiere begegnet auch bei Tieren, die sich für ungeübte Augen gleichen wie ein Ei dem Anderen.
Jennifer Wesselbaum, Klasse 10 a, Franz-Haniel-Gymnasium, Duisburg
Der Artikel ist zuerst am 13.01.2010 auf der Zeus-Seite der WAZ in Duisburg erschienen.

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