Interview

Einsatz für Gerechtigkeit

15.11.2011 | 14:05 Uhr
Einsatz für Gerechtigkeit
SPD-Landtagsabgeordneter Sören Link (33) aus Duisburg bei einer Rede. Foto: privat

Duisburg.   Im Gespräch mit Zeus-Reporterin Clara Burichter erzählt der Duisburger Landtagsabgeordnete Sören Link, warum er Politiker werden wollte und was ihm an seinem Beruf so viel Spaß macht.

Der Landtagsabgeordnete der SPD Sören Link (33), Vorsitzender des Schulausschusses berichtet im Interview mit Zeus-Reporterin Clara Burichter über das Leben als Politiker.

Sie haben die Sekundarschule mit entwickelt. Was ist die Sekundarschule denn genau?

Die Sekundarschule ist eine Schule, in der alle Kinder nach der Grundschule zunächst erst mal weiter in Klassen unterrichtet werden können, ohne dass sie in verschiedene Leistungsgruppen aufgeteilt werden. In Klasse fünf und sechs lernen sie länger gemeinsam und ab Klasse sieben kommt es darauf an, was für ein Profil sich die Schule gibt. Entweder sie lernen weiter bis zum Ende der Klasse zehn oder sie werden nach verschiedenen Leistungsgruppen, Schulformen oder Bildungsgängen aufgeteilt. Am Ende der Klasse zehn gibt es dann alle möglichen Abschlüsse der Sekundarstufe eins – vom Schulabschluss bis zur Qualifikation für die Oberstufe.

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie Politiker geworden sind?

Ich habe mich schon immer für politische Themen und Politiker interessiert, vor allem auch für Helmut Schmidt. Ich habe mir gedacht, wenn mich bestimmte Dinge ärgern und aus meiner Sicht falsch laufen, dann bringt es nichts, wenn ich einfach nur von Draußen zugucke, sondern dann möchte ich schon selber mitmachen. Ich möchte nicht, dass andere darüber entscheiden, sondern ich möchte selber mit entscheiden. Deswegen habe ich mir gedacht, dann gehst du mal ehrenamtlich in die Politik und machst in Duisburg und Walsum Politik selber.

Was gefällt Ihnen an ihrem Beruf?

Mir gefällt, dass ich Sachen mit anderen Menschen zusammen verändern kann. Und dass ich kleinere und größere Probleme von Menschen lösen kann, das macht mir Spaß. Für mich ist es immer ein Antrieb gewesen, dass ich für Gerechtigkeit war. Und jetzt kann ich helfen, dass es ein bisschen gerechter wird.

Und was gefällt Ihnen nicht?

Es gibt eigentlich nichts, was mich an meinem Beruf stört oder ärgert. Das Einzige, was es vielleicht gibt, ich bin sehr ungeduldig und in der Politik dauern manche Sachen sehr, sehr lange und das stört mich, weil ich mir wünsche, dass es manchmal etwas schneller geht. Was mich auch stört ist, wenn Menschen auf einer Meinung beharren, obwohl es gute Gründe gibt, diese Meinung zu überdenken. Das stört mich, weil man auch mal in der Lage sein muss, seine Meinung zu hinterfragen.

Wie viel Freizeit haben Sie?

Wenig. Wenn man Politik macht, dann kann man das nicht von acht bis 16 Uhr machen, wie bei einem normalen Beruf. Man kann schlecht sagen, ich habe jetzt Feierabend. Ein Politiker hat eigentlich keinen Feierabend. Ich lerne, trotzdem dann irgendwo noch ein bisschen Freizeit für mich zurück zu gewinnen – ob es Sport ist, spazieren gehen oder einfach mal ins Kino gehen. Das muss man sich schon erkämpfen.

Werden Sie auf der Straße oft erkannt?

Es sind schon ein paar Leute, die einen erkennen. Teilweise andere Politiker, teilweise Menschen, mit denen man mal zu tun hatte. Teilweise aber auch Schüler, die mich mal im Landtag besucht haben, oder bei denen ich mal in der Schule war. Also es ist schon so, dass sie einen teilweise erkennen und dann freue ich mich auch, weil das ja zeigt, dass da ein guter Eindruck hängen geblieben ist.

Machen Sie auch privat etwas mit anderen Politikern?

Ich habe auch Freunde in der Politik, aber nicht nur in der SPD. Mit denen mache ich mal etwas zusammen. Vom Bier, das ich mit ihnen trinken gehe, über gegenseitige Besuche, bis hin zu einem Urlaub, den ich schon mal mit einem Freund aus der Politik gemacht habe.

Vielen Dank für das Interview.

Gern geschehen.

Clara Burichter, Landfermann-Gymnasium, Klasse 8e, Duisburg

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6076315/create

Alle Zeus-Artikel
Von Arnsberg bis Xanten
Als Zeus-Reporter seid ihr überall unterwegs. Eure Artikel findet ihr hier in eurer Heimatstadt.
Rund ums Projekt
Zeus weckt bei Jugendlichen die Lust am Lesen - und am Schreiben. Hier finden Sie Projektinformationen, Termine, Anmeldebereich und Unterrichtsmaterial.
Radioprofis gesucht
Im neuen crossmedialen Projekt von Zeus und Radio Oberhausen lernen Zeus-Reporter neben dem Zeitungs- und Onlinejournalismus auch die Arbeit beim Radiosender kennen. Und produzieren eigene Hörfunkbeiträge.
Zeus-auf-Schalke
Zeus-Reporter blicken hinter die Kulissen von Schalke 04. Was Sie dort erleben, lässt Schalke-Fans vor Neid erblassen. Weitere Infos zur Kooperation gibt's auf: www.schalke04.de
Wettbewerb
Der Strandkorb auf Norderney, die Hängematte in Opas Garten - Lieblingsplätze gibt es viele. Hier verraten Zeus-Reporter, wo ihr HomeSpot ist.
Mit Nachrichten gewinnen

Einen Fußballprofi in seinem Heimstadion treffen? Zeus macht’s möglich! Wer bei unserem NachrichtenCheck ein Event auf Schalke und 600 Euro für die Klassenkasse gewonnen hat, erfahrt ihr hier.

ZeusAwards
Fast so wie beim Pulitzer-Preis: Zeus verleiht jährlich die ZeusAwards an seine Nachwuchsreporter.