Einfach ausgesetzt
19.11.2007 | 20:39 Uhr 2007-11-19T20:39:07+0100Kleintiere ereilt das Schicksal vor allem nach Weihnachtsfeiertagen.Das Tierheim kümmert sich nicht nur um Hunde und Katzen
Wir, das ZEUS-Team Patrizia Ring und Nadja Kieß, waren im Tierheim Mülheim. Marion Niederdorf, die Leiterin des Tierheims, hat uns Fragen beantwortet und wir brachten in Erfahrung, wie der Alltag im Tierheim aussieht.
Wenn ein Tier gefunden wird, wird es abgeholt, untersucht, gegebenenfalls behandelt und untergebracht. Normalerweise werden die Tiere innerhalb von drei bis vier Wochen vermittelt, Vögel und Meerschweinchen auch schneller. Wird ein Tier nachts gefunden, kümmert sich in Mülheim die Feuerwehr und in Oberhausen das Ordnungsamt um die Tiere.
Das Tierheim nimmt, bis auf einige Ausnahmen, nur Fundtiere an. Es kann zirka 30 Hunde, 40 Katzen und 50 Kleintiere aufnehmen. Falls diese krank sind, kümmert sich der Tierarzt, mit dem das Tierheim zusammenarbeitet, um die Patienten. Wenn Reptilien abgegeben werden, werden sie an einen Experten weitergegeben, der sich dann um Pflege und Vermittlung kümmert. Sind die Tiere so schwer verletzt oder so krank, dass man ihnen nicht mehr helfen kann, müssen sie eingeschläfert werden.
Ein Programm zur Kastration von Streunerkatzen hat das Tierheim nicht, da es von der Stadt finanziert wird, die dafür kein Geld zur Verfügung stellen kann. Hierbei sind sie auf die Spenden der Bürger angewiesen.
Zur Zeit arbeiten im Tierheim vier Vollzeitarbeitskräfte und ein Auszubildender. Ehrenamtliche Mitarbeit in Form von Hundeausführen geht aus versicherungstechnischen Gründen erst ab dem 18. Lebensjahr. Deshalb sind es meist Rentner oder tierbegeisterte Bürger, die mithelfen.
Unsere Frage, ob in den Sommerferien besonders viele Tiere gefunden würden, wurde verneint. Stattdessen würden im Frühling und im Herbst besonders viele Katzen aufgegriffen, da die meisten Katzen in diesen Jahreszeiten werfen. Kleintiere würden vor allem um Weihnachten herum ausgesetzt. Hunde werden ganzjährig ausgesetzt.
Aus dem Ausland holt das Tierheim keine Tiere, da dies zu aufwändig wäre. Zudem ist man im Tierheim der Meinung, dass den Tieren vor Ort besser geholfen werden kann.
Finanziert wird das Tierheim hauptsächlich durch die Städte Mülheim und Oberhausen, aber auch durch viele Sach- und Geldspenden.
Wenn Sie also demnächst Futter übrig haben, denken Sie an die Tiere in Tierheimen und überlegen Sie sich, ob Sie dem nächsten Tierheim nicht einen kurzen Besuch, verbunden mit einer Sachspende, abstatten wollen. Am dritten Advent ist Tag der offenen Tür im Tierheim Mülheim an der Ruhr, Horbeckstraße 35. Infos gibt's auch unter www.tierheim-muelheim.de Trotz aller Bemühungen kann nicht allen Tieren so gut geholfen werden, wie es vielleicht nötig wäre. Also ist es natürlich am besten, wenn die Tiere gar nicht erst ausgesetzt würden.
Patrizia Ring, Nadja Kieß Klasse 8a Landfermann-Gymnasium

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