Kirchen

Ein wichtiges Stück Stadtgeschichte

05.11.2009 | 13:09 Uhr

Feuer und Krieg setzten der ältesten Duisburger Kirche, der Salvatororkirche stark zu.

Vor 1116 Jahren wurde die evangelische Salvatorkirche in Duisburg zum ersten Mal in einer Schrift erwähnt. Der Begriff „Salvator” findet seinen Ursprung in der lateinischen Sprache und bedeutet „der Erlöser”. Im christlichen Glauben steht dieser für Jesus Christus.

Eine Besonderheit dieser prachtvollen Kirche ist, dass sie nach einem besonderen Bau- und Gestaltungsmuster errichtet wurde. Zum einen wird sie hauptsächlich von Säulen getragen, die sich im Innenraum der Kirche befinden, da mehr als die Hälfte ihrer Wandfläche Fenster sind, die keine ausreichende Stabilität des gesamten Baus gewährleisten. Diese Fenster stellen Geschichten aus der Bibel dar. Zum anderen ist die Kirche einer besonderen Struktur unterzogen. Wird von dem Altar auf den Ausgang geschaut, ist zu erkennen, dass die Fenster und Mosaikdarstellungen auf der linken Seite Geschichten aus dem Alten Testament zeigen. Auf der rechten Seite hingegen wird das Neue Testament verbildlicht. In der zentralen Mitte dieser beiden Hälften steht ein Kreuz, das für den Salvator – für Jesus Christus steht. Diese räumliche Struktur soll verdeutlichen und erklären, dass Jesus die Verbindung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament ist.

Doch früher sah die Kirche anders aus. Zuerst war sie eine kleine Holzkirche, die ungefähr 12 Meter umfasste. Im Laufe der Geschichte wurde sie von Wikingern niedergebrannt. Danach wurde beschlossen, eine ca. 36 Meter große widerstandsfähigere Steinkirche zu errichten. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde sie erweitert. Bis heute behielt sie grundlegend ihre Form bei.

Am Rande ist interessant zu wissen, dass die Kirche einen Keller hat, der allerdings nicht begehbar ist. Früher wurden dort Gottesdienste und Zeremonien abgehalten. Auch das Leben in und um der Kirche erfuhr im Verlauf der Zeit eine Veränderung. So gab es damals noch sogenannte Turmwächter. Als einer dieser Turmwächter während einer Nachtschicht einschlief und dabei versehentlich eine Kerze zu Boden fallen ließ, entzündete diese den Turm, der folglich abbrannte. Danach wurde ein komplett neuer Turm errichtet.

Zerstörung im Krieg

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Turmspitze, die bis heute nicht rekonstruiert wurde, und auch ein großer Teil der Salvatorkirche zerstört. Inzwischen wird jedoch diskutiert, ob die Turmspitze nicht doch wieder aufgebaut werden soll, da unter anderem auch die Fenster zum größten Teil sehr alt sind. Wie bereits erwähnt, sind diese besonders.

Eine bessere Zukunft

Eines beweist, dass sich auch evangelische Kirchen mit anderen Religionen auseinander setzen. Auf diesem Fenster ist zu erkennen, wie ein Löwe einen toten Juden auf seinem Rücken trägt. Dieser hat einen Judenstern an seiner Strafkleidung. Im Hintergrund sind brennende Häuser und Türme zu sehen. Zudem sind Lichtscheine erkennbar, die darauf hinweisen sollen, dass die Zukunft positiver sein wird und Besseres bringen wird.

Hierzu gibt es jedes Jahr am 9. November eine Gedenkfeier in der Salvatorkirche, die daran erinnern soll, welche schrecklichen Taten in der Reichspogromnacht geschehen sind.

Nun zu dem Aspekt, der das Leben und Aufrechterhalten einer Kirche ausmacht – die Gemeinde. Die Gemeinde der Salvatorkirche, bestehend aus insgesamt 10 250 Mitgliedern, ist sehr groß, da in ihr viele Bezirke zusammengeschlossen sind.

Da die Salvatorkirche eine Anlaufstelle für viele Menschen darstellt, die sowohl bedürftig, als auch krank sind, ist sie von Dienstag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Während dieser Zeiten wird die Kirche von dem Küster (der Hausmeister für die Kirchen) bewacht.

Pastor Peter Krogull, der 13 Semester Theologie studierte, ist sehr engagiert und mit voller intrinsischer Motivation in seiner Tätigkeit – durch seine Begeisterung für die Kirche und Spaß am Beruf – dabei. Dies ist an der Jugendarbeit zu erkennen, die er zusammen mit seiner Gemeinde erfolgreich durchführt.

Die Gemeinde engagiert sich vor allem für die Ökumene mit den Nachbar-Kirchen und besonders mit der nahen Synagoge. Interessant auch, dass viele bekannte Persönlichkeiten, darunter auch Gerhard Mercator, unter der Kirche begraben sind.

Robert Kudella, Jan Bewersdorff, Michael Söhngen, Klasse 8b, Mannesmann-Gymnasium

Robert Kudella, Jan Bewersdorff, Michael Söhngen

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