Ein Fest der besonderen Art
21.11.2011 | 14:21 Uhr 2011-11-21T14:21:00+0100
Duisburg/ Waltrop. Anlässlich des islamischen Opferfestes lud Hof Sißmann in Waltrop viele gläubige Muslime ein – und zwar zur Schlachtung und Verarbeitung von rund 100 Bullen. Dies ist islamischer Brauch und nichts für schwache Nerven.
Beim Kurbanfest, dem Opferfest der Muslime, wurden auf dem Hof Sißmann in Waltrop innerhalb von drei Tagen rund 100 Bullen geschlachtet. Der Grund ist ein besonderes Angebot, das der Hof seit 29 Jahren gläubigen Muslimen macht.
Der Bauernhof bietet Familien die Möglichkeit sich einen Bullen auszusuchen und bei der Schlachtung anlässlich des Opferfestes dabei zu sein.
In diesem Jahr fand das Opferfest der Muslime von Sonntag, 6. November, bis Dienstag, 8. November, statt. In dieser Zeit wurden, laut Veranstalter, auf Hof Sißmann rund 100 Bullen als Opfer für Allah geschlachtet. Also nichts für schwache Nerven.
Aber woher kommt eigentlich der Brauch einen Bullen zeremoniell zu schlachten?
Das Kurban- oder Opferfest findet zu Ehren Abrahams statt. Dieser sollte seinen Sohn für Allah opfern, doch als er kurz davor war, den tödlichen Schlag auszuüben, erlöste ihn Allah von seiner schweren Aufgabe. Stattdessen ließ er ihn einen Schafsbock opfern, den er in einem Gestrüpp gefunden hatte. Am besagten Fest treffen sich heute Muslime, um zu Gedenken und zu feiern. Auf Hof Sißmann kamen nach Angaben des Bauern circa 300 Muslime.
Der Opfervorgang findet in etwa so statt:
Der Bulle wird in eine Box getrieben, in der sein Kopf nach Mekka zeig. Dort wird er dann von der Familie, die ihn gekauft hat, gesegnet. Nach diesem Ritual betäubt der Schlachter den Bullen. Daraufhin werden ihm Kopf, Beine etc. entfernt, er wird enthäutet und seine Innereien werden entfernt. Bei diesen Vorgängen ist immer ein Beamter vom Kreisveterinäramt Recklinghausen vor Ort, der überprüft ob auch alles ordnungsgemäß erledigt wird und ob das Fleisch zum Verzehr geeignet ist.
Nach dem Häuten wird der gesamte Bulle geteilt und an einen der vielen Schlachttische weitergereicht, wo die Hälften eigens von den Familien zerkleinert werden.
Beim Schlachten selbst sind der Bauer, Nachbarbauern, viele Freiwillige, und auch einige Gläubige dabei. Das Fleisch des Tieres wird dann gespendet, an Verwandte weitergegeben oder selbst verarbeitet und gegessen - auch dies ist Brauch.
Nach getaner Arbeit sind alle Beteiligten von ihrer Arbeit gezeichnet und ziemlich erschöpft, da der gesamte Prozess anstrengend ist und lange dauert.
Auch, wenn dieses Fest auf viele ungewöhnlich erscheinen mag, müssen wir bedenken, dass wohl unsere Feste auf andere Kulturen ebenso ungewöhnlich wirken müssen.

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